In Romanshorn günstig, in Thal teuer: Preisüberwacher stellt enorme Unterschiede bei Bootsplatz-Mieten fest

Bootsanlegeplätze an Schweizer Seen kosten nicht überall gleich viel. Der Preisüberwacher hat von Gemeinde zu Gemeinde erhebliche Tarifunterschiede festgestellt. Das sei erklärungsbedürftig, schreibt er.

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Das Parken eines Bootes im See kostet je nach Gemeinde unterschiedlich viel Miete. Die Differenzen sind jedoch so gross, dass Preisüberwacher Stefan Meierhans Erklärungsbedarf sieht. (Bild: KEYSTONE/VALENTIN FLAURAUD)

Das Parken eines Bootes im See kostet je nach Gemeinde unterschiedlich viel Miete. Die Differenzen sind jedoch so gross, dass Preisüberwacher Stefan Meierhans Erklärungsbedarf sieht. (Bild: KEYSTONE/VALENTIN FLAURAUD)

(sda/ghi)

Anlass für die Untersuchung war, dass sich wiederholt Einheimische wegen der unterschiedlichen Tarife für das Parken des Bootes am Seeufer beim Preisüberwacher meldeten. Resultate der daraufhin aufgenommenen Untersuchung veröffentlichte die Preisüberwachung am Donnerstag in ihrem Newsletter.

Der teuerste Wasserplatz kostet demnach 1580 Franken im Jahr, der günstigste dagegen lediglich rund 144 Franken. Unterschiede bei Einrichtung, Alter und Komfort der Anlage könnten zwar den Preis beeinflussen, schreibt Preisüberwacher Stefan Meierhans. Trotzdem sieht er Erklärungsbedarf.

Teuerster Platz in Montreux

Das Boot jederzeit fahrbereit im Wasser zu haben, kostet in Montreux VD am Genfersee am meisten. Den zweithöchsten Tarif hat Lachen SZ am Zürichsee. Den günstigsten nassen Bootsplatz gibt es indes in Romanshorn (zwischen 150 und knapp 300 Franken pro Jahr). In Arbon liegt die Preisspanne zwischen 250 und 600 Franken, in Thal kostet der Bootsplatz pro Jahr stolze 1200 Franken.

Enorme Preisunterschiede gibt es auch bei der Gebühr für den Eintrag auf Wartelisten für Bootsplätze. Fünf Jahre Warten kosten zwischen 220 und 10 Franken. Hier spielten weder Komfort noch Investitionen in eine Bootsanlage eine Rolle, schreibt Meierhans dazu. In einigen Gemeinden ist das Warten auf den Bootsplatz sogar gratis.

Bootsplatztarife (nass), in CHF pro Jahr. (Grafik: Preisüberwacher)

Bootsplatztarife (nass), in CHF pro Jahr. (Grafik: Preisüberwacher)

Eine Rechtfertigung für den Preisunterschied von mehr als 1 zu 20 sieht der Preisüberwacher im Vorneherein nicht, wie er schreibt. «Eine solche Gebühr scheint (...) oftmals (...) nicht mehr mit den Kosten in Relation zu stehen, sondern nur den Zweck der Nachfragesteuerung respektive -drosselung zu verfolgen.»

Am meisten kosten Plätze auf der Warteliste in einigen Zürichsee-Gemeinden. 220 Franken fürs Warten verlangt Männedorf ZH, dahinter folgen die Stadt Zürich und Küsnacht ZH mit je 180 Franken. Aber es geht auch anders: Rapperswil SG und Lachen SZ - ebenfalls am Zürichsee - wollen kein Geld für den Platz auf der Warteliste.

Um die 10 Franken kostet der Listenplatz in Rorschach sowie in Pully VD am Genfersee. Gratis ist der Warteplatz unter anderen auch in Genf, Vevey VD, Neuenburg, den Berner Oberländer Gemeinden Brienz, Thun und Spiez im Berner Oberland sowie in Lugano.

Gemeinden ansprechen

Meierhans will nun Gemeinden mit überdurchschnittlich hohen Gebühren für die Anlegeplatz-Miete und das Warten auf Bootsplätze mit den Resultaten seiner Untersuchung konfrontieren. Er behalte sich vor, zu einem späteren Zeitpunkt formelle Empfehlungen abzugeben, heisst es im Newsletter.

Bootsplatztarife (trocken), in CHF pro Jahr. (Grafik: Preisüberwacher)

Bootsplatztarife (trocken), in CHF pro Jahr. (Grafik: Preisüberwacher)

In der Erhebung berücksichtigt wurden Häfen der öffentlichen Hand in Gemeinden mit mehr als 5000 Einwohnern. Die Analyse beschränkt sich auf die günstigsten ganzjährig verfügbaren Steg- und Trockenplätze mit der Mindestgrösse von 2 mal 5 Metern. Bei Motorbooten bezieht sich die Berechnung auf die kleinstmögliche Motorenleistung.