«In einem Gastrobetrieb zu arbeiten, ist meine Lebensform»

Mehr Aus- und Weiterbildung von Lernenden und Fachpersonal in der Gastronomie sind lohnenswerte Ziele. Deshalb werden die Rahmenbedingungen weiter verbessert. Gastro Thurgau blickt trotz täglich hartem Kampf zuversichtlich in die Zukunft.

Manuela Olgiati
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Der Vorstand von Gastro Thurgau mit Daniel Borner, Direktor von Gastro Suisse (ganz links), und Regierungspräsidentin Cornelia Komposch (vordere Reihe, Zweite von rechts). (Bild: Manuela Olgiati)

Der Vorstand von Gastro Thurgau mit Daniel Borner, Direktor von Gastro Suisse (ganz links), und Regierungspräsidentin Cornelia Komposch (vordere Reihe, Zweite von rechts). (Bild: Manuela Olgiati)

Verbandspräsident Ruedi Bartel von Gastro Thurgau sprach an der Delegiertenversammlung über die tägliche Herausforderung, gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu erreichen. Der heisse Sommer 2018 schrieb gute Verkaufszahlen. Innovationen bedeuteten auch Mehraufwand. An der 117. Delegiertenversammlung des Verbands versammelten sich 39 Delegierte und 66 Gäste im Weinfelder Rathaussaal.

Belebung für Tourismusbranche

Regierungspräsidentin Cornelia Komposch lobte das Engagement der Gastronomen. Diese belebten den Wirtschaftszweig der Tourismusbranche. Gastro Thurgau sei ein Berufsverband, der weit über die Kantonsgrenzen hinaus mit Vorzeigebetrieben einen guten Ruf geniesse. Die Entwicklung in den Bergregionen zeige Wachstum und eine Umsatzsteigerung von 13,2 Prozent. Eine solche Entwicklung würde sich die Chefin des Departements für Justiz und Sicherheit auch für den Thurgau wünschen. Deshalb sei es ihr wichtig, den Zugang in die Schweiz für Reisende aus Drittstaaten nicht zu erschweren. Mit einem Nein zum EU-Waffenrecht lauerten hier Gefahren. Schengen-Dublin sei nicht nur für die Sicherheit des Landes unverzichtbar. Das Abkommen sei auch für die Touristikgäste von grosser Bedeutung.

Wirtekurs hat Konjunktur

Auf die Aus- und Weiterbildung von Lernenden und Fachpersonal lege der Verband ein besonderes Augenmerk und das auf hohem Niveau, wie Bernhard Bieri betonte. Einen nachhaltigen Aufschwung erlebe der Wirtekurs. «Schaffen Sie mehr Ausbildungsplätze für fachlich qualifizierte Lehrlinge», betonte Walter Höhener von Gastro Suisse mit Blick darauf, den Berufsnachwuchs sicherzustellen. Höhener sprach von einer Entlastung der Branche und informierte über Verbesserungen in den Berufskategorien, in der Stellenmeldepflicht und im obligatorischen Familienlastenausgleich.

Damit die Qualität im Gastrobereich beibehalten werden könne, sei es wichtig, dass der Kanton Thurgau an den Wirtekursen festhalte, sagte Vorstandsmitglied Bernhard Bieri. Die Jahresrechnung 2018 weist einen Verlust von 9800 Franken aus. Das Vereinsvermögen beträgt 416957 Franken. Das Budget 2019 zeigt sich ausgeglichen. Gastro Thurgau zählt bereits mehrere Ehrenmitglieder. Alles Gastronomen, die viel für den Verband und im eigenen Betrieb leisten. «In einem Gastrobetrieb zu arbeiten, ist meine Lebensform», sagte Verena Schmid vom Restaurant Ochsen in Amriswil. Die Wirtin, die täglich für ihre Gäste selber kocht, wurde an der Delegiertenversammlung zum Ehrenmitglied gewählt.

Mehr gegen Food Waste tun

Dass die Thurgauer Gastronomen in Bern mehr im Hinblick auf Food Waste und die Nutzung von sinnvoller Energie erreichen wollen, machten die beiden SVP-Nationalratskandidaten Stefan Mühlemann und Manuel Strupler mit Blick auf die Wahlen im Herbst deutlich. Daniel Borner, Direktor von Gastro Suisse, referierte, wie Tage zuvor an der DV der Landwirtschaft, über ein Projekt zur Zusammenarbeit von Gastronomie und Landwirtschaft.
Manuela Olgiati thurgau@thurgauerzeitung.ch

Neue App von Gastro Thurgau

FRAUENFELD. Gastro Thurgau hat eine neue App kreiert, wie es in einer Mitteilung heisst. Mit dieser kostenlosen App kann man unterwegs oder von zu Hause aus Restaurants, Bars und Hotels von Gastro-Thurgau-Mitgliedern finden.