In der Türkei verhaftet, nach Bulgarien abgeschoben: Uzwiler Rechtsextremist soll Erdogan beleidigt haben

Der Uzwiler Ignaz Bearth wurde am Wochenende verhaftet. Der Rechtspopulist soll Beleidigungen gegen den Türkischen Präsidenten ausgestossen haben.

Hören
Drucken
Teilen
Ignaz Bearth ist Mitglied der National Orientierter Schweizer (Pnos).

Ignaz Bearth ist Mitglied der National Orientierter Schweizer (Pnos).

Bild: PD

(ibi) St. Galler Rechtspopulist nach Bulgarien abgeschoben Krawalle An der türkisch-griechischen Grenze wollen Hunderte Flüchtlinge über die Türkei in die EU. Die prekäre Situation zieht auch Rechtspopulisten an.

Einer von ihnen, der Uzwiler Ignaz Bearth, reiste vergangene Woche in die Türkei, um von den Ausschreitungen zu berichten. «Es war eine Hauruck-Aktion», sagt Bearth in einem Video auf Youtube, denn sie hätten die Flüge kurzfristig gebucht. Doch die Reise lief anders als geplant. Denn am Freitag wurde der 36-Jährige von der türkischen Polizei verhaftet. Der Grund: Bearth soll in seinen Videos den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan beleidigt haben. Hinzu käme Hetze gegen Migranten.

Handy wurde konfisziert

Die türkische Polizei hätten ihn und einen Kollegen in einem Restaurant abgepasst und verhaftet. Sie mussten ihre Handys abgeben. Auf der Polizeistation wurden alle Videos und Fotos angeschaut, ausgewertet und mit Hilfe eines Dolmetschers übersetzt. Danach kam Bearth vor einen Richter. Dieser urteilte zwar zu Gunsten des Uzwilers, doch frei kam er nicht. Denn mit seinen Aufnahmen hatte Bearth gleichwohl gegen das Gesetz verstossen. Seine Beiträge hätten gemäss den Beamten gegen die öffentliche Ordnung verstossen.

«Danach wurde ich quasi in Abschiebehaft gesteckt», sagt Bearth.

Wie es weitergehen soll, wusste er zu diesem Zeitpunkt nicht. Am nächsten Tag begleiteten ihn ein Polizist und ein Dolmetscher zur bulgarischen Grenze, wo er abgesetzt wurde, schildert er den Vorgang in seinem Video. Trotz Kommunikationsprobleme lobt Ignaz Bearth die Arbeit der türkischen Polizei. Sie seien immer freundlich zu ihm gewesen. Mit Bus und Zug ging es von Bulgarien zurück in die Schweiz.

Bekannt ist Bearth vor allem durch sein Engagement bei der Schweizer Pegida, dessen Mitbegründer und Sprecher er war. Auch ist er Mitglied der Partei National Orientierter Schweizer. Auf Anfrage bestätigt das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) eine Festnahme. Der Schweizer Bürger befände sich nicht mehr in der Türkei.

Mehr zum Thema