Analyse

In der St.Galler Stadtpolitik ist kein Kurswechsel zu erwarten – denn die bisherigen Stadtratsmitglieder dürfen mit ihrer Wiederwahl rechnen

Die Chance ist gross, dass die vier bisherigen St.Galler Stadträte wiedergewählt werden – dem Bisherigenbonus sei Dank. Abwahlen sind äusserst selten

Daniel Wirth, Reto Voneschen
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Wer zieht am 27. September ins St.Galler Rathaus ein?

Wer zieht am 27. September ins St.Galler Rathaus ein?

Bild: Lisa Jenny

Vier von fünf Stadtratsmitgliedern stellen sich am 27. September zur Wiederwahl. Von daher ist in der kommenden Amtszeit, die am 1. Januar 2021 beginnt, nicht mit einem radikalen Kurswechsel in der Stadtpolitik zu rechnen. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass Markus Buschor (parteilos), Peter Jans (SP), Maria Pappa (SP) und Sonja Lüthi (GLP) die Wiederwahl schaffen. Zu verdanken haben sie dies dem Bisherigenbonus: So nennt man den Effekt, dass im politischen System der Schweiz wiederkandidierende Regierungsmitglieder in der Regel im Amt bestätigt werden. Eine Abwahl ist äusserst selten.

Auch Buschor und Lüthi dürften es im ersten Wahlgang schaffen

Die Annahme, dass die Bisherigen als Stadträtinnen und Stadträte wiedergewählt werden, ist also naheliegend. Zu vermuten ist gar, dass es ihnen im ersten Wahlgang reichen wird – im Gegensatz zum neuen Gesicht, das anstelle des zurücktretenden Thomas Scheitlin wohl erst im zweiten Wahlgang vom 29. November bestimmt werden dürfte.

Das mit der Wiederwahl im ersten Wahlgang gilt auch für Markus Buschor, der wie andere Schuldirektoren vor ihm im Wahlkampf polarisiert. Wirkliche Anzeichen für eine Abwahl sind nicht in Sicht. Das gilt auch für die Amtsjüngste, die Grünliberale Sonja Lüthi mit knapp drei Amtsjahren.

Wer erbt von Thomas Scheitlin das Stadtpräsidium? Vermutlich wird es die Bisherige Maria Pappa oder der Bisherige Markus Buschor wohl auch erst im zweiten Wahlgang sein. Würde der erstmals Kandidierende Mathias Gabathuler (FDP) die Bisherigen überholen, wäre das ein Husarenstück, das in den vergangenen vierzig Jahren niemandem gelungen ist. Weder Peter Schorer (FDP) 1980 gegen Heinz Christen (SP), noch Fredy Brunner (FDP) 2004 gegen Franz Hagmann (CVP).

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