In den «Panama Papers» wegen Charterboot

SCHERZINGEN. Die Firma heisst Skyscraper and Real Estate Limited. Im Handelsregister der britischen Jungferninseln eingetragen worden ist sie am 23. September 2015 durch einen Vertreter des Rechtsdienstleistungsunternehmens Mossack Fonseca.

Thomas Wunderlin
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SCHERZINGEN. Die Firma heisst Skyscraper and Real Estate Limited. Im Handelsregister der britischen Jungferninseln eingetragen worden ist sie am 23. September 2015 durch einen Vertreter des Rechtsdienstleistungsunternehmens Mossack Fonseca. Als Verantwortlicher der Skyscraper and Real Estate Limited genannt wird Felix Burgener, Scherzingen. Die Angaben stammen aus den sogenannten Panama Papers, die vom Journalistennetzwerk ICIJ (The International Consortium of Investigative Journalists) ins Internet gestellt worden sind.

Legitime Gründe

Es gibt legitime Gründe, eine Offshore-Firma zu benützen, betont ICIJ. In den «Panama Papers» figurieren zehn Namen aus dem Thurgau. Die Thurgauer Steuerverwaltung ist dabei, sie genauer anzuschauen (Ausgabe vom 13. Mai). Laut Jakob Rütsche, Chef der Thurgauer Steuerverwaltung, kann es sich sehr wohl um offiziell deklariertes Geld handeln. Panama-Gesellschaften kenne man schliesslich seit jeher.

Felix Burgener war zwischen 1999 und 2008 Präsident, Sportchef und zeitweise auch Trainer des Eishockeyclubs HC Thurgau. Heute betreibt er in Scherzingen die Centurio Real Estate AG. Gemäss Handelsregister handelt es sich dabei um die 1991 in Kloten gegründete Burgener Metall-und Glasbau AG; 2012 zog sie an den heutigen Standort und änderte dabei den Namen. Gemäss Homepage betätigt sie sich als Generalunternehmung und als Verkäuferin von Wohn- und Gewerbeimmobilien.

Für Charterboot

Mit Steuerhinterziehung habe die Firma in den britischen Jungferninseln nichts zu tun, versichert Burgener. «Wir haben eine Offshore-Firma gebraucht, um ein Charterboot auf dem Mittelmeer betreiben zu können. Das geht nicht von der Schweiz aus.» Die Firma Skyscraper and Real Estate AG habe ihre Konten in der Schweiz. Er sei der Direktor, sagt Burgener. Beim Boot handelt es sich um ein achtplätziges, 15 Meter langes Motorboot namens Centurio, das unter britischer Flagge von einem spanischen Hafen in See sticht.