In den letzten 150 Jahren wurden im Thurgau 60 Kirchen gebaut

Mit den seit 1869 gebauten Kirchen befasst sich der 21. Band der Reihe «Denkmalpflege im Kanton Thurgau», der im Kloster Fischingen Vernissage feierte.

Christof Lampart
Hören
Drucken
Teilen
Ruedi Elser vom Amt für Denkmalpflege übergibt das Jahrbuch an Kirchenratspräsident Wilfried Bührer, Regierungsrätin Carmen Haag, Kirchenratspräsident Cyrill Bischof und Projektleiter Jubiläum Reto Friedmann.

Ruedi Elser vom Amt für Denkmalpflege übergibt das Jahrbuch an Kirchenratspräsident Wilfried Bührer, Regierungsrätin Carmen Haag, Kirchenratspräsident Cyrill Bischof und Projektleiter Jubiläum Reto Friedmann.

Bild: PD

Entstanden ist der neue Band im Rahmen des Kirchenjubiläums: Vor 150 Jahren wurde im Thurgau mit der Einführung des Landeskirchenrechts die Beziehung zwischen Kirche und Staat neu geregelt. Der Titel des 156 Seiten und 282 Abbildungen umfassenden Werkes lautet «Kirchenbau 1869 – 2019».

Viel Unbekanntes zu entdecken

Für Regierungsrätin Carmen Haag sind die 60 Neubauten  eine erstaunliche Zahl: «Wenn man mich vor einem halben Jahr gefragt hätte, wie viele Kirchen in den letzten 150 Jahren gebaut wurden, hätte ich vielleicht ein bis zwei Dutzend gesagt.» Umso mehr freue sie sich darauf, dass sie nun, dank diesem Werk, die eine oder andere ihr bis dato unbekannte Kirche entdecken könne, so Haag. Am im Schwabe Verlag, Basel, erschienen Band wirkten zehn Autoren mit.

Durch Denkmalpflege aufgearbeitet

Cyrill Bischof, Kirchenratspräsident der katholischen Landeskirche, erklärte in seinem Grusswort, welches er im Namen beider Landeskirchen überbrachte, dass er sich darüber freue, dass die Landeskirchen bei der Aufarbeitung des  Themas durch die Denkmalpflege ganz selbstverständlich ohne jegliches Gartenhag-Denken zusammengearbeitet haben: «Vor 50 Jahren hätte das Buch wohl noch ganz anders ausgesehen; mit klar getrennten Kapiteln zu beiden Konfessionen», mutmasste Bischof.

Das Buch ermöglicht nicht nur einen fundierten Blick in die religiöse Vergangenheit des Kantons, sondern auch einen in die Zukunft. So erlaubt «Kirchenbau 1869-2019» die Frage, was mit den vielen Kirchen – es gibt im Thurgau über 200 – passieren soll, wenn die Zahl der Gläubigen weiterhin rasant abnimmt. «Wir müssen uns dann vielleicht fragen, ob wir die dann noch vorhandenen Gelder eher in die Seelsorge oder in den Erhalt des Kulturgutes Kirchen stecken. Für mich ist klar, dass es dann die Seelsorge sein muss», setzte Bischof klare Prioritäten.

Mehr zum Thema