In Degersheim brennt ein altes Holzhaus nieder +++ Sieben Bewohner verlieren kurz vor Weihnachten ihr Daheim +++ Technische Brandursache im Vordergrund +++ Gemeinde richtet Spendenkonto ein

In der Nacht auf Donnerstag, kurz nach 1 Uhr, hat die Kantonale Notrufzentrale St.Gallen die Meldung von einem Brand in Degersheim erhalten. Das ältere Holzhaus wurde stark beschädigt. Gemäss jetzigem Stand war es eine technische Brandursache. Es wurde niemand verletzt.

Drucken
Teilen
Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig.

Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig.

Bilder: Kapo SG

Beim Eintreffen der Rettungskräfte schlugen bereits Flammen aus dem Dach des Mehrfamilienhauses. Wie die Polizei mitteilt, konnten die Bewohner weitgehend selbständig aus ihren Wohnungen flüchten. Eine 98-jährige Frau musste allerdings von der Feuerwehr aus ihrer Wohnung gerettet werden. Die betagte Frau und sechs weitere Betroffene wurden vor Ort vom Rettungsdienst und der ausgerückten Notärztin betreut. Glücklicherweise blieben alle Personen unverletzt.

Als die Feuerwehr eintraf, schlugen bereits Flammen aus dem oberen Stockwerk.

Als die Feuerwehr eintraf, schlugen bereits Flammen aus dem oberen Stockwerk.

Die Feuerwehr des Sicherheitsverbunds Region Gossau stand mit rund 70 Personen im Einsatz. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, da das Gebäude nur von der Strassenseite her gut zugänglich war. Der Rettungsdienst war mit zwei Rettungswagen und einer Notärztin ausgerückt. Von der Kantonspolizei St.Gallen standen mehrere Patrouillen sowie Spezialisten des Kompetenzzentrum Forensik im Einsatz. Der entstandene Sachschaden wird auf mehrere 100'000 Franken geschätzt.

So sieht das Haus am Tag nach dem Brand aus.
7 Bilder

So sieht das Haus am Tag nach dem Brand aus.

Bilder: Zita Meienhofer

Nach jetzigen Erkenntnissen steht eine technische Brandursache im Vordergrund. «Wir gehen momentan von keiner Brandstiftung aus», sagt Mediensprecher Florian Schneider. So unversehrt wie seine Bewohner blieb das Holzgebäude nicht. Laut Schneider brauchen die Betroffenen noch viel Geduld:

«Das Haus ist kaputt. Es wird zuerst umfangreiche Sanierungsarbeiten benötigen, bevor das Gebäude wieder bewohnbar ist.»

Vorläufig wurden die Bewohner in Ersatzunterkünften untergebracht. Einige konnten ein Hotel beziehen, anderen war es möglich, selbst einen Unterschlupf für die nächsten Tage zu organisieren.

Spendenaktion von Bürgern – Gemeinde richtet Konto ein

In der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Degersheim, wenn...» hat die Administratorin der Gruppe, Virna Santarsiero Nicotra, zur Spendenaktion für die Opfer des verheerenden Brandes aufgerufen. Sie wolle für diese Menschen sammeln: Decken, Kleider, Zahnpasta, Kinderkleidung, Spielsachen. Und nicht nur sie, auch zahlreiche Bewohner wollen spenden – die Solidarität ist gross. Gemäss der Gemeinde Degersheim sind jedoch die vom Brand betroffenen Personen gut versorgt und benötigen keine materiellen Spenden. Die Gemeinde schreibt: «Für Geldspenden wird die Gemeinde ein Spendenkonto einrichten.» Sobald dieses eingerichtet sei, werden wir die Konto-Nummer bekannt geben. (lex)