In Amden und der «Bergruh» ist Ruhe eingekehrt

AMDEN. Fünf Monate sind vergangen, seit 80 Flüchtlinge ins ehemalige Kurhaus Bergruh in Amden eingezogen sind. Das Haus hoch über dem Walensee dient dem Kanton seit Anfang Jahr vorübergehend als Asylzentrum. Ein Entscheid, der damals nicht von allen goutiert wurde.

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AMDEN. Fünf Monate sind vergangen, seit 80 Flüchtlinge ins ehemalige Kurhaus Bergruh in Amden eingezogen sind. Das Haus hoch über dem Walensee dient dem Kanton seit Anfang Jahr vorübergehend als Asylzentrum. Ein Entscheid, der damals nicht von allen goutiert wurde. Viele unschöne Stimmen wurden im Dorf laut, machten die 1400-Seelen-Gemeinde Amden schweizweit bekannt. Inzwischen ist im Dorf und in der «Bergruh» Ruhe eingekehrt. Von einem «friedlichen Ort» spricht Zentrumsleiter Stephan Trachsel an der gestrigen Medienorientierung. Kein «ruhendes Zentrum» sei es, vielmehr eine lebendige «Bergruh», geprägt vom geschäftigen Treiben der 80 Menschen, die hier leben.

Den Alltag zeigen

Vom Alltag im Asylzentrum können sich Interessierte nun selber ein Bild machen. Die Verantwortlichen laden diesen Samstag von 10 bis 16 Uhr zum Tag der offenen Tür. Die Besucher sollen einen Einblick in den Tagesablauf und die Strukturen im Asylzentrum erhalten. «Wir wollen den alltäglichen Betrieb zeigen», sagt Trachsel. Für die Asylsuchenden ist es ein Tag wie jeder andere. Für die Besucher eine Möglichkeit, Menschen aus verschiedenen Kulturen zu begegnen, sich zu informieren und Fragen zu stellen. Das Haus sei offen für jedermann, sagt Trachsel – auch für die einstigen Gegner des Asylzentrums. Um sie ist es in den vergangenen Monaten ruhig geworden. Trachsel will denn auch nach vorne schauen. Pläne für die «Bergruh» hat er viele: Ein neuer Kinderspielplatz, ein Begegnungsort im Garten, ein Kräuterbeet. Er freut sich auf die Projekte. Und auf immer wieder neue Gesichter.

Durchschnittlich vier Monate

In der Regel bleiben die Flüchtlinge nicht länger als vier Monate in der «Bergruh». Innert dieser Zeit müssen Bund und Kanton abklären, ob ein Asylsuchender in der Schweiz bleiben darf. Ist der Entscheid positiv, wird die Person einer Gemeinde im Kanton zugewiesen. «Transfer», lautet das magische Wort, auf das die Asylsuchenden in Amden warten. (rak)

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