Immer noch mehr Delikte kamen ans Licht: Das Kantonsgericht St.Gallen verurteilt einen Käseproduzenten zu 63 Monaten Haft

Ein 52-jähriger Käseproduzent ist vom St.Galler Kantonsgericht zu einer Freiheitsstrafe von 63 Monaten verurteilt worden. Mit dem Berufungsentscheid konnte ein langjähriges Strafverfahren, das immer wieder durch zusätzliche Sachverhalte erweitert worden war, auf kantonaler Ebene abgeschlossen werden.

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Ein Käseproduzent wurde wegen diverser Delikte zu 63 Monaten Haft verurteilt.

Ein Käseproduzent wurde wegen diverser Delikte zu 63 Monaten Haft verurteilt.

Symbolbild: Keystone

(red.) Das Kantonsgericht St.Gallen hat einen 52-jährigen Käseproduzenten am 13. Juli 2020 wegen gewerbsmässigen Betrugs, mehrfacher qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung, mehrfacher Veruntreuung und verschiedener weiterer Delikte zu einer Freiheitsstrafe von 63 Monaten verurteilt. Das schreibt die Strafkammer des Kantonsgerichts St.Gallen in einer Mitteilung.

Mit dem Berufungsentscheid wird ein langjähriges Strafverfahren, welches immer wieder durch zusätzliche Sachverhalte erweitert worden war, auf kantonaler Ebene abgeschlossen.

Beschuldigter und Staatsanwaltschaft gingen in Berufung

Das Kreisgericht See-Gaster hatte den Beschuldigten mit Entscheid vom 3. Juli 2017 zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 36 Monaten verurteilt. Am 26. Oktober 2018 verurteilte ihn dasselbe Gericht wegen weiterer Delikte zu einer unbedingten Geldstrafe. Sowohl der Beschuldigte als auch die Staatsanwaltschaft erklärten Berufung an das Kantonsgericht.

Weitere Schuldsprüche vor dem Kantonsgericht

Die Strafkammer des Kantonsgerichts hat in ihrem Berufungsentscheid die Schuldsprüche des Kreisgerichts weitgehend bestätigt und ist zu zusätzlichen Schuldsprüchen gelangt, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Der Beschuldigte war unter anderem dafür verantwortlich, dass grosse Mengen von produziertem Käse falsch deklariert wurden, um Beiträge an die zuständige Sortenorganisation zu umgehen.

Er leitete ausserdem Verkäsungs- und Siloverzichtszulagen treuwidrig nicht an die Milchproduzenten weiter. Mit verschiedenen geschäftlichen Transaktionen schädigte er zudem das von ihm geführte Käseproduktionsunternehmen in Millionenhöhe und, infolge des 2012 eröffneten Konkurses, auch dessen Gläubiger. Beim Export von Käse nach Italien verletzte er überdies die Markenrechte einer Sortenorganisation.

Der Entscheid ist noch nicht rechtskräftig.

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