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«Hey, eine Waffe, Mami»: Kind findet im Familienabteil des Intercity Romanshorn - Brig eine Spritze

Ein Kind findet im Familienabteil eines Zugwaggons beim Versteckenspielen eine Spritze.
Janine Bollhalder
Eine benutzte Spritze liegt herum. (Bild: PD)

Eine benutzte Spritze liegt herum. (Bild: PD)

Donnerstagmorgen, im Zug von Romanshorn nach Brig. Der Zug verlässt gerade den Bahnhof Weinfelden. Samuel Luchsinger* sitzt im Familienabteil des Zuges, im Hintergrund «Kindergeschrei im Spieltaumel», so beschreibt er die Situation. Bis ein Kind «eine Waffe» findet. Die Waffe entpuppt sich als eine Spritze. Unverpackt lag sie unter einem der Sitze, inmitten von fröhlich Versteckis spielenden Kindern.

Spritze wurde offenbar übersehen

«Das muss die Putzmannschaft wohl übersehen haben», habe die Schaffnerin zu der Mutter des fündig gewordenen Kindes gesagt, erzählt Luchsinger. Die Mutter habe die Spritze derweil eingewickelt und in einen Eimer entsorgt. Sie habe die Kinder angewiesen, gründlich die Hände zu waschen.

Luchsinger berichtet, die Familie hätte den Zug in Winterthur verlassen. Die anderen Passagiere, Zeugen des Spritzenfundes, seien mit offenen Fragen zurückgeblieben. Samuel Luchsinger, selbst Vater, fragt sich:

«Werde ich meine Kinder je wieder frei in diesem Waggon spielen lassen?»

Einen Fund wie diesen habe er bisher noch nie beobachtet, nur, dass es manchmal etwas schmuddelig ist im Zug – etwa die Tischchen. Er fragt sich aber primär: «Wer lässt eine Spritze im Familienwagen liegen?»

Verschiedene Gründe für eine Spritze

Mediensprecher Andy Theler von der Kantonspolizei Thurgau hat keine Kenntnisse über diesen Vorfall im Zug zwischen Romanshorn und Brig. Er gibt ausserdem zu bedenken:

«Nicht nur Drogenabhängige verwenden Spritzen.»

Auch Dirk Rohweder, Bereichsleiter der Suchtberatung in Weinfelden, weiss: «Spritzen werden auch von Diabetikern verwendet, die eine Insulindosis benötigen.» Die Spritzen seien allerdings kaum zu unterscheiden, beide sind länglich mit einem schmalen Durchmesser. Gespritzt werden können nebst Insulin und der bekannten Droge Heroin auch das Muskelaufbau- und Dopingmittel Anabolika und Kokain. «Spritzen sind problemlos in der Apotheke erhältlich», sagt Rohweder. «Es gibt ja auch Hobbyköche, die für ihre besonderen Gerichte ein filigranes Werkzeug benötigen», sagt er.

Samuel Luchsinger wird in Zukunft den Spielbereich inspizieren, bevor er seine Kinder im Wagen spielen lasse. «Aber das ist ja nicht die Idee dieses Wagens», sagt er. Er hofft, dass seine Beobachtung die SBB sensibilisiert und genauere Kontrollen organisiert werden.

«Nicht auszudenken, wenn so ein Ereignis für die Kinder Folgen hätte.»

Reto Schärli, Mediensprecher der SBB, kann sich zum Vorfall allerdings nicht äussern: «Uns ist kein solcher Vorfall bekannt.»

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