Im Warteraum Schweiz

Die kurdische Familie Gholami stammt aus Iran, flüchtete einst nach Griechenland und lebt seit zwei Jahren in Aadorf. Jetzt soll sie zurück nach Griechenland. Flüchtlingsorganisationen sehen das skeptisch.

Katharina Baumann
Drucken
Teilen
Sie hoffen auf eine Zukunft in der Schweiz: Leyla Babaigurgavarz und Akbar Gholami mit Tochter Bita. (Bild: Coralie Wenger)

Sie hoffen auf eine Zukunft in der Schweiz: Leyla Babaigurgavarz und Akbar Gholami mit Tochter Bita. (Bild: Coralie Wenger)

AADORF. Die Familie Gholami hat im September den negativen Asylentscheid bekommen. Nun droht der Familie die Rückkehr nach Griechenland, wo die Familie trotz ihrer Anerkennung als Flüchtlinge schwierige Zeiten erlebt hat. Mit Hilfe ihrer Rechtsvertreterin hat die Familie eine Verwaltungsbeschwerde gegen das Bundesamt für Migration eingereicht.

Aktuell würden wenige Personen nach Griechenland zurückgeschickt, sagt Léa Wertheimer, Mediensprecherin des Bundesamts für Migration, zur Ostschweiz am Sonntag. «Personen, die dort aber Zugang zu den Asylstrukturen haben, was in diesem konkreten Falle gegeben ist, müssen wieder zurückreisen.»

Flüchtlingsorganisationen sind gegenüber Rückschaffungen nach Griechenland äusserst skeptisch eingestellt. «Auch Flüchtlinge mit Aufenthaltsbewilligung erhalten in Griechenland keine Unterstützung, keine Unterkünfte und sind rassistischen Übergriffen und regelrechten Hatzjagden oft schutzlos ausgesetzt», sagt Muriel Trummer von der Schweizerischen Flüchtlingshilfe.

Mehr zum Thema in der Ostschweiz am Sonntag vom 10. November.

Aktuelle Nachrichten