Im Vollrausch Haus angezündet

Ein 36jähriger Schweizer soll 2012 in Kaltbrunn ein Mehrfamilienhaus angezündet haben – aus Rache an Nachbarn. Zwei Hausbewohner wurden schwer verletzt, fünf Haustiere verbrannten.

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UZNACH. Die Tragik der Geschichte war gestern im überfüllten Gerichtssaal in Uznach greifbar. Mehrere der Opfer waren anwesend. Immer wieder war ein Schluchzen zu vernehmen, gab es ungläubiges Kopfschütteln, wenn die Geschehnisse der Nacht vom 26. auf 27. Dezember 2012 in Erinnerung gerufen wurden.

Der Angeklagte sass mit gesenktem Kopf auf seinem Platz. Er gab zu, in jener Nacht betrunken einen Teppich beim Eingang des Hauses, in dem er zwei Jahre gewohnt hatte, mit Benzin übergossen zu haben. Zum Zeitpunkt der Tat hatte er bereits 2,6 Promille Alkohol im Blut. Die Hausbewohner wurden durch die Explosion des Benzins aus dem Schlaf geschreckt. Eine Frau im Obergeschoss erlitt schwere Verbrennungen, ihr Mann hatte eine Rauchgasvergiftung und Verbrennungen. Die im Dachgeschoss lebende Frau rettete sich mit einem Sprung auf den Balkon im ersten Stock vor den Flammen. Das Haus brannte total aus und musste abgerissen werden.

Die Staatsanwältin forderte für den Angeklagten, der im vorzeitigen Strafvollzug sitzt, eine Freiheitsstrafe von 13 Jahren sowie eine Geldstrafe von 160 Tagessätzen à 10 Franken, zudem sei eine ambulante Suchtbehandlung anzuordnen. Der Vertreter der fünf Opfer forderte Genugtuungen von insgesamt rund 85 000 Franken sowie Schadenersatz von rund 100 000 Franken. «Er hatte seinen Alkoholkonsum nicht im Griff,» sagte die Verteidigerin. Er habe weder aus Rachegelüsten noch aus verletztem Stolz gehandelt. Er habe niemanden schädigen wollen. Das Urteil steht noch aus. (sda)

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