Im Video
Kampf gegen Corona: Das Spital Grabs gewährt exklusive Einblicke in die Lage auf der Intensivstation

Wie sieht ein Tag auf der Intensivstation während der Coronapandemie aus? Das Spital Grabs hat ein Video produziert, welches einen exklusiven Blick in den Alltag erlaubt. Es kommen Ärztinnen und Ärzte, das Pflegepersonal und ein ehemaliger Patient zu Wort, welcher 38 Tage mit einer Covid-Erkrankung auf der Intensivstation lag. Doch sehen Sie selbst.

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«Bitte stützen Sie Ihren Impfentscheid nicht auf irgendwelche Quellen, die Sie im Internet gefunden haben», sagt Christian Bürkle, Leiter der Intensivstation des Spitals Grabs, im Video. Man solle sich, wie auch in anderen medizinischen Fragen, vom Hausarzt oder anderen Fachpersonen beraten lassen.

«Was wir sagen, stützt sich auf Zahlen und Fakten und vor allem auf das, was wir erleben.»

Es sind eindringliche Worte, mit welchen sich der Leiter der Intensivstation an die Zuschauerinnen und Zuschauer wendet. Er und seine Kolleginnen und Kollegen gewähren einen exklusiven Blick in den Alltag der Coronastation des Ostschweizer Spitals.

«Ja, wir haben wirklich viele Covid-Patienten»

«Seit Corona ist die Arbeit viel intensiver», sagt Flavia Giernoth, Expertin der Intensivpflege, im Video. Gleichzeitig sei es nicht nur strenger, die Patienten lägen auch sehr viel länger auf der Intensivstation. Sie werde viel auf ihre Arbeit angesprochen: ob es denn tatsächlich so schlimm sei und ob sie wirklich so viele Covid-Patienten hätten. Da müsse sie deutlich sagen:

«Ja, es ist streng. Und ja, wir haben viele Covid-Patienten.»

Doch nicht nur die harte Arbeit auf der Intensivstation macht den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu schaffen. Bürkle sagt: «Wenn es dann auch noch öffentliche Anfeindungen gegen die behandelnden Personen, gegen meine Person oder gar gegen meine Familie gibt, dann ist das etwas, das man nicht so gut verarbeitet.» Denn darauf sei man nie vorbereitet worden.

38 Tage auf der Intensivstation

Im Video kommt auch ein ehemaliger Covid-Patient zu Wort, welcher 38 Tage auf der Intensivstation verbringen musste. «Es ist einfach nichts mehr so, wie es zuvor war», sagt er. Er habe realisiert, wie schnell es vorbei sein könne, und fügt an: «Ohne das Pflegepersonal und die Ärztinnen und Ärzte hätte ich hundertprozentig nicht überlebt.» Deshalb verstehe er auch nicht, dass es immer noch Leute gebe, die sich partout nicht impfen liessen. Es gehe ja nicht darum, dass man immun sei gegen Corona, es gehe darum, dass die Krankheitsverläufe viel weniger schlimm seien. «Und das ist ja mittlerweile erwiesen.»

135 von 948 Patientinnen und Patienten gestorben

Zum Schluss des Videos untermauern nochmals Zahlen die Aussagen des Spitalpersonals. Von Anfang März 2020 bis Anfang Dezember 2021 wurden in der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland 948 Covid-Patientinnen und -Patienten behandelt.

135 davon sind verstorben.

(tn)

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