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Organspende: Im Kanton St.Gallen fehlen Spendernieren

Die schweizweite Warteliste für eine Organspende ist lang. In St.Gallen werden Nieren und Augenhornhäute verpflanzt. Die Regierung hält eine kantonale Kampagne gegen Organmangel für denkbar.
Katharina Brenner
Im Jahr 2017 wurden schweizweit 360 Nieren verpflanzt. (Bild:Gaetan Bally/Keystone)

Im Jahr 2017 wurden schweizweit 360 Nieren verpflanzt. (Bild:Gaetan Bally/Keystone)

Vier Personen aus dem Kanton St.Gallen sind im Jahr 2017 verstorben, weil ein Spenderorgan fehlte. Zwei Personen hatten auf eine Leber, eine auf eine Lunge und eine auf eine Niere gewartet. Das schreibt die St.Galler Regierung in ihrer Antwort auf die Interpellation «Massnahmen gegen Organmangel» von SVP-Kantonsrat Sandro Wasserfallen. Am Kantonsspital St.Gallen werden Nieren und Augenhornhäute verpflanzt. Das Netzwerk Organspende Ostschweiz ist eines von sechs in der Schweiz. 30 Nieren wurden 2017 in St.Gallen transplantiert, schweizweit 360. Im selben Jahr sind in der Schweiz 26 Personen gestorben, weil nicht rechtzeitig eine Spenderniere verfügbar war. Die national geführte Warteliste ist lang: Über 1124 Personen warteten Ende 2017 auf eine Niere.

Bisher ist eine Organspende hierzulande nur möglich mit einer dokumentierten Zustimmung oder der Zustimmung durch Angehörige im Sinne des Verstorbenen. Die dokumentierte Willensäusserung fehle häufig, schreibt Wasserfallen in seiner Interpellation. Für die Angehörigen sei die Entscheidung «sehr belastend und schwierig». In mehr als der Hälfte dieser Fälle werde eine Organspende abgelehnt, «obwohl gemäss Befragungen über 80 Prozent der Schweizer Bevölkerung eine Organspende befürworten». Diese «höchst unschöne Situation» müsse «mit aller Kraft» angegangen werden.

Kanton allein kann System nicht ändern

Die Volksinitiative «Organspende fördern – Leben retten» fordert die Widerspruchslösung: Wer sich zu Lebzeiten nicht explizit gegen eine Spende entschieden hat, wird nach dem Tod zum Spender. Die Homepage von Swisstransplant, der nationalen Stiftung für Organspende und Transplantation, zählt rund 140000 Unterschriften. Die Sammelfrist endet am 14. April. Die Einführung einer Widerspruchslösung sei «ernsthaft zu prüfen», sie habe sich in ganz Europa bewährt, schreibt die St.Galler Regierung. Der Kanton allein kann sie aber nicht einführen. Vorschriften auf dem Gebiet der Transplantation erlasse der Bund. Bei einem negativen Ausgang der Initiative sei eine kantonale Kampagne zur Steigerung der Organspenderrate «sicherlich denkbar», so die Regierung.

Wasserfallen zeigt sich über die Antwort «sehr zufrieden». Je nach Ausgang der Initiative werde er Massnahmen prüfen, um die Situation im Kanton zu verbessern. Eine Idee hat er bereits: Der Kanton könnte das Nationale Organspenderegister, das online aufgeschaltet ist, «durchaus noch etwas verstärkt bewerben». Wer in der Schweiz lebt, kann dort eintragen, ob er Spender werden möchte oder nicht. Franz Immer, CEO von Swisstransplant, begrüsst das Register, ebenso kantonale Kampagnen. Sie würden «die regionale Verankerung der Thematik» verbessern, sollten aber «abgesprochen mit der Nationalen Kampagne durch das Bundesamt für Gesundheit und Swisstransplant erfolgen».

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