Im Kanton sterben die Bauernhöfe

Im Kanton St.Gallen gaben vergangenes Jahr 109 Bauernhöfe den Betrieb auf. Viel Arbeit, geringer Lohn, wenig Ferien und vor allem die stetig sinkenden Produktionserlöse machen den verbliebenen 3851 Betrieben zu schaffen.

Janina Gehrig/Julia Nehmiz
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Blickt trotz schwerer Bedingungen hoffnungsvoll in die Zukunft: Raphael Popp, Junglandwirt in Berg SG. (Bild: Luca Linder)

Blickt trotz schwerer Bedingungen hoffnungsvoll in die Zukunft: Raphael Popp, Junglandwirt in Berg SG. (Bild: Luca Linder)

«Die Belastung für Landwirtinnen und Landwirte wird immer schlimmer», sagt Andreas Widmer, Geschäftsführer des St. Galler Bauernverbands. Das zeigt sich auch in den Zahlen. Stellten zwischen 2001 und 2010 im Schnitt 50 Betriebe pro Jahr den Betrieb ein, so wurden 2011 mehr als doppelt so viele Höfe aufgegeben.

Zwei Drittel der Bauern gehen einem Nebenerwerb nach. Allein von der Landwirtschaft zu leben ist hart. Die tiefen Einkommen bereiten dem Bauernverband Sorgen: «Wir fürchten, dass es zu noch mehr Betriebsaufgaben kommt», sagt Widmer.

Doch nicht alle Bauern geben auf. So zum Beispiel Raphael Popp. Der Jungbauer aus Berg SG führt seit Anfang Jahr den elterlichen Hof. In fünfter Generation. Die Zeiten seien nicht einfach, sagt der 25-Jährige. «Doch es macht mich stolz, gesunde Produkte für die Schweizer Bevölkerung herzustellen.» Und die Arbeit mache Freude. Als Landwirt, da sei man sein eigener Herr und Meister.

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