Im 3. Agglo-Programm St.Gallen-Bodensee geht's um Landschaft

«Steigerung der Landschaftsqualität» ist Themenschwerpunkt des Agglomerationsprogramms St.Gallen - Bodensee der dritten Generation. Es umfasst mehr als 90 Massnahmen mit einem Investitionsvolumen von über 380 Millionen Franken. Nun wurde es dem Bund zur Prüfung eingereicht, wie die Trägerschaft am Freitag mitteilte.

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Die Siedlungsentwicklung soll sich gemäss dem jüngsten Agglomerationsprogramm auf die Bahnhofgebiete in den Zentren konzentrieren. (Bild: Andrea Stalder)

Die Siedlungsentwicklung soll sich gemäss dem jüngsten Agglomerationsprogramm auf die Bahnhofgebiete in den Zentren konzentrieren. (Bild: Andrea Stalder)

Gezielte Massnahmen sollen laut Mitteilung die Region als attraktiven Wirtschafts- und Lebensraum stärken. Dazu gehörten eine kompakte Siedlungsstruktur, qualitätsvolle Frei- und Grünräume sowie eine «clever organisierte» Mobilität.

Die Siedlungsentwicklung soll sich gemäss dem jüngsten Agglomerationsprogramm auf die Bahnhofgebiete in den Zentren konzentrieren. So könnten die Potenziale der S-Bahn genutzt werden. Ausserdem ist eine Optimierung des Verkehrssystems und des öV-Angebotes vorgesehen.

Zu den bedeutendsten Massnahmen gehört laut Mitteilung etwa der neue Autobahnanschluss Witen, der die Erreichbarkeit des Nebenzentrums Rorschach steigert und die Zentren von Rorschach und Goldach entlastet. Im Weiteren werden die Bahnhofsplätze in Amriswil, Flawil, Herisau und Romanshorn zu attraktiven Verkehrsdrehscheiben und Eingangstoren zu den Städten umgebaut.

Die historischen Stadtachsen in der Stadt St.Gallen sollen zu attraktiven Stadträumen entwickelt werden. Damit wird unter anderem auch ein künftiges Tram-System vorbereitet. Und schliesslich werden Netz- und Sicherheitslücken im Fuss- und Velowegnetz behoben.

Prüfbericht bis 2018

Nicht nur die Agglomeration St.Gallen -Bodensee, sondern auch andere Schweizer Agglomerationen reichen jeweils Programm für die Entwicklung ihrer Region ein. Als nächstes prüft nun das Bundesamt für Raumentwicklung die Programme der dritten Generation und legt bis Frühling 2018 einen Prüfbericht vor.

Bundesbeiträge werden aufgrund der Beurteilung und auch je nach Stand der Umsetzung der beiden ersten Programme vergeben. An die Investitionskosten der ersten beiden Agglomerationsprogramme zahlt der Bund laut Mitteilung 40 Prozent - im Schweizer Vergleich eine überdurchschnittliche Beteiligung, wie es in der Mitteilung heisst.

Die Trägerschaft der Agglomerationsprogramme St.Gallen - Bodensee setzt sich aus den drei Kantonen Appenzell Ausserrhoden, St.Gallen und Thurgau sowie 27 Gemeinden zusammen. Das Agglomerationsprogramm der ersten Generation wurde 2007 eingereicht, das der zweiten Generation 2014.

Beim ersten Programm Musterknaben

Wie Rolf Geiger, Geschäftsleiter von AGGLO St.Gallen-Bodensee, zur Nachrichtenagentur sda sagte, gilt für den Baubeginn der Projekte des ersten Programms die Periode 2011-2014. Die Projekte des zweiten Programms sollten 2015-2018 in Angriff genommen werden und die des dritten 2019-2022.

Laut Geiger sind von den Projekten des ersten Programms über 90 Prozent realisiert - hier sei die AGGLO St.Gallen-Bodensee eine Art Schweizer Musterknabe. Zu diesem Programm gehören der gegenwärtige Umbau des Bahnhofs St.Gallen und die Durchmesserlinie der Appenzeller Bahnen, die auch im Bau ist.

Allerdings werde es mit der Umsetzung des zweiten Agglomerationsprogramms «nicht mehr so flutschen», sagte Geiger. Es handle sich um eine Vielzahl kleiner und kleinster Massnahmen. Und diese würden teils immer wieder von Einsprachen gebremst. (sda)