Illegales Trauerritual für einen Hund

Ein Kreuz, ein Grab, ein totes Tier: Ein St. Galler Bauer hat beim Mähen seiner Wiese beim Freudenbergwald ein Hundegrab entdeckt. Es läuft eine Anzeige gegen Unbekannt.

Daniel Walt
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Die St. Galler Stadtpolizei hob das illegale Hundegrab aus. (Bild: Stapo SG)

Die St. Galler Stadtpolizei hob das illegale Hundegrab aus. (Bild: Stapo SG)

ST. GALLEN. Der Tod des geliebten Haustiers macht traurig – und lässt einige Halter zu Gesetzesbrechern werden. So jene Person, welche auf einer Wiese beim Freudenbergwald in St. Gallen ein Grab für ihren verstorbenen Hund ausgehoben hat – Holzkreuz mitsamt Inschrift inklusive. Jérôme Zaugg von der Medienstelle der Stadtpolizei St. Gallen spricht von einem Fall, der in dieser Form eher selten sei. «Wobei es eine hohe Dunkelziffer geben dürfte, weil gewisse Halter ihre Tiere beispielsweise diskret in einem Wald beerdigen», hält er fest.

Wenige Tage zuvor bestattet

Die Meldung über das Hundegrab ging bei der Einsatzzentrale am vergangenen Dienstag um 14 Uhr ein, wie die Stadtpolizei am Montag mitteilte. Entdeckt hatte die Grabstätte ein Bauer beim Mähen einer Wiese, auf der jeweils seine Rinder weiden.

Jérôme Zaugg von der Stadtpolizei erklärt, das Tier, möglicherweise ein Yorkshire Terrier, sei vermutlich sieben bis zehn Tage zuvor dort bestattet worden. Der Hund sei eineinhalb Jahre alt gewesen.

Gechippt, aber nicht registriert

Was genau auf dem Holzkreuz, das auf der Grabstätte angebracht wurde, stand, wollte Zaugg aus Rücksicht auf den noch unbekannten Tierhalter nicht verraten. Bei entsprechender Vergrösserung des Bildes, welches die Polizei den Medien lieferte, ist die fehlerhafte Aufschrift «Unsere Hund» erkennbar. Gechippt war das Tier, aber nicht registriert. Jérôme Zaugg: «Im Normalfall chippen die Zuchtstätten die Tiere, während das Registrieren den jeweiligen Besitzern vorbehalten bleibt.»

Das sagt das Gesetz

«Wir gehen davon aus, dass die Bestattung des Hundes ein eigentlich positives Ritual war, um vom Tier Abschied zu nehmen», erklärt Jérôme Zaugg weiter. Weil es sich um einen kleinen Hund handelte, wäre dies auf dem eigenen Grund und Boden des Halters auch erlaubt gewesen. Generell verboten ist das Beerdigen eines Tiers, wenn es über zehn Kilo schwer ist. Dies, damit beim Verwesungsprozess keine Gefährdung für Mensch, Tier und Umwelt entsteht. Die jeweiligen Kadaver müssen bei Tierkörpersammelstellen abgegeben werden – jene in St. Gallen befindet sich an der Rechenwaldstrasse 38. Eine Alternative ist das Verbrennen im Tierkrematorium Seon im Kanton Aargau.

Grab wurde ausgehoben

Weil der Besitzer des toten Hundes von St. Gallen sein Tier auf fremdem Grund und Boden bestattet hat, droht ihm nun eine Busse, sofern er ausfindig gemacht werden kann. Es wurde Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Und der Wunsch des Halters, sein Liebling möge die ewige Ruhe beim Freudenbergwald gefunden haben, ging ebenfalls nicht in Erfüllung: In Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr St. Gallen hob die Stadtpolizei das Grab aus und brachte den toten Hund zur Tierkörpersammelstelle.

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