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Illegaler Hundekauf nimmt im Kanton St.Gallen zu

Immer mehr Leute kaufen übers Internet illegal importierte Hunde. St. Gallen ist als Grenzkanton besonders betroffen.
Urs-Peter Zwingli
Immer öfter werden Hunde übers Internet gekauft. (Bild: Keystone)

Immer öfter werden Hunde übers Internet gekauft. (Bild: Keystone)

Nicht nur Bücher oder Kleider, auch Heimtiere werden immer öfter übers Internet gekauft. «Das Problem ist, dass Online-Käufe oft spontan sind. Viele zukünftige Tierhalter machen sich kaum Gedanken über die Konsequenzen», sagt der St. Galler Kantonstierarzt Albert Fritsche.

«Oft sind die Tierhalter nach dem Kauf zeitlich oder finanziell überfordert und die Tiere werden vernachlässigt.»

Das Onlinegeschäft wächst. Und weil Landesgrenzen dabei kaum Bedeutung haben, hat 2018 der grenzüberschreitende Handel mit Tieren – vor allem Hunden – zugenommen. Gemäss Einschätzung des Bundes kommt mittlerweile fast jeder zweite Hund aus dem Ausland.

Im Kofferraum über die Grenze

Fritsche, Leiter des Amts für Verbraucherschutz und Veterinärwesen, macht dabei eine Entwicklung Sorgen: «Wir erhalten aktuell im Schnitt täglich eine Meldung mit Verdacht auf einen illegal in die Schweiz eingeführten Hund.» St. Gallen sei als Grenzkanton davon besonders betroffen. Die Händler stammten oft aus osteuropäischen Ländern, wo die Hunde unter schlechten Bedingungen gezüchtet und viel zu jung von den Müttern getrennt oder aus Tierheimen beschafft werden. In Kofferräumen oder im Gepäckfach von Cars werden die Welpen über die Grenze geschmuggelt und oft direkt an die Käufer geliefert. «Manchmal findet die Übergabe auch auf einer Autobahnraststätte statt.»

Das Problem dabei: Hunde aus Tollwutrisikoländern wie der Türkei, Albanien und Serbien sind für Menschen und andere Tiere eine Gefahr. Wird ein Mensch mit Tollwut infiziert und erfolgt nicht rasch eine Behandlung, endet die Krankheit tödlich. Weil es keinen Test gibt, mit dem das Tollwutvirus bei lebenden Tieren zweifelsfrei festgestellt werden kann, müssen die Amtstierärzte im Verdachtsfall Hunde einschläfern. «Das sind harte Entscheide, die wir aber im Interesse des Gesundheitsschutzes fällen müssen», sagt Fritsche.

Wenn der ungeregelte Kauf zu den Behörden durchdringt, wird es für den neuen Besitzer teuer: Die Abklärungen des Zolls und des Veterinärdienstes sind zu bezahlen, dazu kommt allenfalls eine Quarantäne. Strafbar macht sich, wer den Hund über die Grenze gebracht hat sowie die Händler ohne Bewilligung.

Kynologische Gesellschaft kritisiert Online-Kauf

Auch bei der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft (SKG) ist der illegale Hundehandel seit Jahren ein Thema. SKG-Präsident Hansueli Beer sagt:

«Es ist für uns frustrierend, dass diese Industrie, die Tiere für ihren Profit missbraucht, immer noch funktioniert.»

Schweizer würden Hunde im Ausland bei dubiosen Quellen kaufen, weil dort Modehunde wie etwa die französische Bulldogge einfacher und günstiger erhältlich sind. «Für ein Tier dieser Rasse zahlt man in der Schweiz bis zu 2800 Franken, im Ausland hingegen etwa 1500 Euro», sagt Beer. Oft seien die Käufer zuvor von einem Züchter in der Schweiz abgewiesen worden. «Denn ein seriöser Züchter stellt kritische Fragen und verweigert auch mal einen Verkauf, wenn er das Gefühl hat, ein Interessent könne den Hund nicht angemessen betreuen.»

Ein gutes Geschäft seien Hunde von dubiosen Händlern jedenfalls nicht, warnt Beer. «Die Folgekosten für den Besitzer können enorm sein, wenn er auffliegt. Das Tier muss nachträglich geimpft werden, allenfalls kommen Operationen und spezielle Erziehungskurse hinzu.» Die Welpen würden in diesem Geschäft oft schon nach drei Wochen von ihrer Mutter getrennt. «Im Welpenalter sind solche negativen Erlebnisse prägend.» Die Hunde könnten später schwer erziehbar, ängstlich oder aggressiv werden.

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