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Illegaler Hundehändler aus dem Kanton St.Gallen fliegt an der Grenze auf

Bei einer Routinekontrolle im Rheintal ist ein illegaler Hundehändler aufgeflogen. Beim Mann handelt es sich um einen Wiederholungstäter. Das Veterinäramt musste die drei entdeckten Welpen einschläfern.
Rossella Blattmann
Ähnlich wie die Welpen auf diesem Bild hatte der Hundehändler die drei Welpen in einer Transportbox zusammengepfercht. Er hatte die Box unter dem Beifahrersitz seines Autos verstaut. (Bild: Armin Weigel/DPA)

Ähnlich wie die Welpen auf diesem Bild hatte der Hundehändler die drei Welpen in einer Transportbox zusammengepfercht. Er hatte die Box unter dem Beifahrersitz seines Autos verstaut. (Bild: Armin Weigel/DPA)

Weil ein Mann drei möglicherweise an Tollwut erkrankte Hundewelpen illegal aus Serbien in die Ostschweiz bringen wollte, hat das Veterinäramt des Kantons St.Gallen die Tiere eingeschläfert. Matthias Diener, amtlicher Tierarzt beim Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen des Kantons St.Gallen (AVSV), sagt, dass der Mann Mitte Mai bei einer Grenzkontrolle in Diepoldsau angehalten wurde.

Tierarzt Matthias Diener. (Bild: PD)

Tierarzt Matthias Diener. (Bild: PD)

Beamte der Eidgenössischen Zollverwaltung haben in Zusammenarbeit mit dem AVSV den vermeintlichen Hundehändler bei der Einreise in die Ostschweiz kontrolliert. Der Importeur hatte die drei Welpen in einer kleinen Transportbox im Fussraum des Beifahrersitzes verstaut. Der Importeur hatte die Welpen nicht beim Zoll angemeldet, und er hatte auch keine Import- und Handelsbewilligung.

Tödliche Tollwut

Nach dem Einziehen der Welpen ist der im Kanton St.Gallen wohnhafte Mann laut Diener wieder in die Schweiz weiter gereist. Die Person sei im Zusammenhang mit illegalen Hundeimporten zum wiederholten Mal aufgefallen. «Darum wurde der Fall an die Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen weiter geleitet», sagt Diener.

Serbien ist gemäss Diener ein Tollwut-Risikoland. Andere Risikoländer seien Marokko, Tunesien, die Türkei, aber auch Albanien oder der Kosovo. «Sobald bei Mensch und Tier Tollwutsymptome auftreten, endet die Krankheit tödlich.» Um die Ansteckungsgefahr zu dämmen, hat das Veterinäramt die drei Welpen eingeschläfert. Eine Diagnose der leicht übertragbaren Krankheit ist ausserdem nur an einem toten Tier möglich. Ob die drei Welpen tatsächlich an Tollwut erkrankt waren, ist bislang noch nicht bekannt.

Augen auf beim Hundekauf

(bro) Tollwut ist eine tödliche Viruserkrankung, die vor allem Hunde befällt. Via Hundebiss oder Kratzverletzungen können sich auch Menschen infizieren. Die Ansteckung erfolgt, wenn der Speichel von tollwütigen Säugetieren auf verletzte Haut kommt, oder über Schleimhautkontakt. Verhaltensänderungen, Muskelkrämpfe und Lähmungserscheinungen gehören zu den Symptomen. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Tollwut ist unterschiedlich lang. Die Tollwut ist eine meldepflichtige Seuche. Tollwutverdächtige und erkrankte Tiere müssen umgehend getötet werden. Bei Sommerferien in Risikoländern ist besonders Vorsicht geboten. «Man sollte auf keinen Fall einfach so aus den Ferien streunende Hunde am Strand auflesen und in die Schweiz mitnehmen», sagt der amtliche Tierarzt Matthias Diener.

20'000 Franken Busse oder Freiheitsstrafe

Im Kanton St.Gallen gibt es laut Diener wöchentlich Fälle von illegalem Tierimport. Dabei handle es sich vor allem um Hunde. Doch die Justiz ist nicht automatisch involviert. Laut Beatrice Giger, Mediensprecherin der St.Galler Staatsanwaltschaft, ermittelt die Staatsanwaltschaft nur dann wegen illegalen Hundehandels, wenn eine Missachtung der Tierschutzverordnung oder des Tierseuchengesetzes vorliegt. Zum Beispiel wenn Welpen, die weniger als 56 Tage alt sind, ohne Mutter importiert werden. Oder wenn es sich um Tiere handelt, bei denen der Tollwutschutz fehlt.

Illegaler Hundehandel hat happige Konsequenzen. «Der Strafrahmen bei illegaler Einfuhr aus Ländern, die frei von urbaner Tollwut sind, liegt bei bis zu 20'000 Franken», sagt Giger. Bei illegaler Einfuhr aus Tollwut-Risikoländern drohen Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe.

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