Illegal angestellte Fussballer für den FC St.Margrethen: Strafbefehle gegen Club-Funktionäre

Drei Club-Funktionäre des FC St.Margrethen sind wegen illegaler Beschäftigung von Ausländern verurteilt worden. Sie hatten fünf ausländische Spieler für den Abstiegskampf ihres Clubs rekrutiert, ohne die nötigen Papiere zu besorgen.

Tim Naef
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Der 2.-Liga-Kaderspieler Hamzic Elvir (Mitte) vom FC St.Margrethen ist einer der vier Spieler, die des Landes verwiesen wurden. (Bild: Ralph Ribi)

Der 2.-Liga-Kaderspieler Hamzic Elvir (Mitte) vom FC St.Margrethen ist einer der vier Spieler, die des Landes verwiesen wurden. (Bild: Ralph Ribi)

Die Aufregung war gross, als im Herbst 2016 ein Kastenwagen der Polizei vor einem Rheintaler Wohnhaus vorfuhr und fünf Spieler des FC St.Margrethen verhaftete. Der Verdacht: Die Spieler sollen als Touristen in die Schweiz eingereist, später aber für ihr Engagement beim FC St.Margrethen entlöhnt worden sein.

Der Verdacht erhärtete sich; die fünf Spieler, drei Bosnier und zwei Brasilianer, wurden kurze Zeit später ausgeschafft. Nun haben die Vorkommnisse auch Konsequenzen für drei Club-Funktionäre zur Folge.

«Das war wie Ferien für die Jungs»

Wie der «Blick» berichtet, wurden der ehemalige Präsident, Natal Schnetzer, der involvierte Trainer und der damalige Sportchef wegen Beschäftigung von Ausländern ohne Bewilligung verurteilt.

Alle drei wollen sich dem Urteil fügen. Dies aber nur widerwillig. Schnetzer sagt dem Blick: «Die mussten ja nicht neun Stunden auf dem Bau schuften. Sondern haben drei bis vier Mal in der Woche trainiert und am Wochenende gespielt. Das war wie Ferien für die Jungs!»

«Es waren ja keine zehn Gipser aus Bosnien»

Mit dieser Argumentation verteidigte sich Schnetzer bereits vor zwei Jahren, als das Tagblatt den Präsidenten auf die Vorwürfe ansprach. Aufgrund der geringen Summen, um die es gegangen sei, sei er sich nicht bewusst gewesen, dass die Spieler offiziell als Lohnarbeiter hätten angemeldet werden müssen. «Denn die Spieler haben keinen Lohn erhalten. Aus demselben Grund haben die Spieler keine Arbeits-, sondern nur Touristenvisa gehabt», sagte Schnetzer damals. Der FC St.Margrethen habe den Spielern lediglich eine Aufwandsentschädigung von monatlich 300 Franken bezahlt und eine Wohnung angemietet.

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