«Ich sehe keine Wertschätzung meiner Arbeit»: Assistenztrainer Ioannis Amanatidis verlässt den FC St.Gallen

Trotz zweitem Rang, trotz erfolgreicher Saison: Co-Trainer Ioannis Amanatidis verlässt den FC St.Gallen – noch vor dem letzten Saisonspiel gegen Meister Young Boys am Montagabend. Den Ostschweizern über die Saison hinaus erhalten bleiben Goalietrainer Stefano Razzetti, Spielanalyst Eduard Schmidt sowie Boro Kuzmanovic, der zweite Co-Trainer von Peter Zeidler.

David Grob und Christian Brägger
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Ioannis Amanatidis stiess im Januar 2019 zum FC St.Gallen.

Ioannis Amanatidis stiess im Januar 2019 zum FC St.Gallen.

Bild: Michel Canonica

Noch vor dem letzten Spiel am Montagabend gegen Meister Young Boys verlässt Assistenztrainer Ioannis Amanatidis den FC St.Gallen. Dies meldet das deutsche Fussballmagazin «kicker.de». «Ich hatte eine tolle und erfolgreiche Zeit hier. Aber jetzt ist eben die Zeit gekommen, zu gehen», zitiert das Magazin den Co-Trainer.

Die Gründe liegen gemäss «kicker.de» an der Vertragsdauer des Angebots. Angeboten worden sei ihm ein Vertragsverlängerung um ein Jahr. «Der Grund für das Einjahresangebot sei die ungewisse finanzielle Zukunft des Klubs», sagt Amanatidis. Dies war dem Ex-Profi zu wenig – zumal Sutter und Zeidler erst vor kurzem bis 2025 unterschrieben haben und Kollegen aus dem Trainerteam ebenfalls längerfristige Verträgen erhalten hätten. Amanatidis sagt gegenüber dem «Kicker»:

«Ich sehe keine Wertschätzung für meine Arbeit.»

Amanatidis stiess Anfang 2019 zum FCSG – und damit wieder zu Headcoach Peter Zeidler, der vor über 20 Jahren bereits sein Trainer bei den Stuttgarter Amateuren war. Vor 11 Jahren kreuzten sich die Wege der beiden wieder, als Amanatidis mit Eintracht Frankfurt gegen Zeidlers Hoffenheim spielte.

«Teil dieser Erfolgsgeschichte zu sein, macht mich schon ein bisschen stolz»

Trotz aller Enttäuschung gibt sich Amanatidis gegenüber dem «Kicker» auch stolz: «Wir haben mit unserem Mini-Etat eine sensationelle Runde gespielt, sind Vizemeister geworden, haben den Grossen Paroli geboten, dürfen in Europa antreten und haben Werbung für den Klub und die Region betrieben. Teil dieser Erfolgsgeschichte zu sein, macht mich schon ein bisschen stolz.»

Wohin es Amanatidis verschlägt, ist noch nicht klar. Er sei nach allen Seiten offen, es gebe bereits Kontakte zu Clubs aus Griechenland, sagt der ehemalige griechische Nationalspieler. Noch ist aber nichts spruchreif, er wolle sich nicht hetzen lassen. «Ich will die richtige Wahl treffen.»

Razetti, Schmidt und Kuzmanovic haben verlängert

Goalietrainer Stefano Razzetti

Goalietrainer Stefano Razzetti

Bild: PD

Bekannt sind die Kollegen aus dem Trainerteam, die Amanatidis im besagten Kicker-Artikel erwähnt und weiterhin für den FC St.Gallen arbeiten werden: Stefano Razzetti bleibt für zwei weitere Jahre Goalietrainer – der 48-Jährige ist mit einem mehrjährigen Unterbruch seit 2003 bei den Ostschweizern beschäftigt. Ebenfalls einen neuen Zweijahresvertrag hat Eduard Schmidt erhalten, der Spielanalyst, der seit einem Jahr sein Wissen im FC St.Gallen weitergibt. Und auch für Boro Kuzmanovic geht die Reise beim Vizemeister weiter; der 57-Jährige hat wie Amanatidis eine Offerte für ein weiteres Vertragsjahr erhalten, und diese auch angenommen.