Interview

«Ich rechne damit, dass etwa 5 Prozent der Gastrobetriebe im Thurgau die Krise nicht überstehen»: Das Corona-Virus könnte einige Restaurants hart treffen

Der Präsident des Wirteverbandes Gastro Thurgau spricht im Interview über die Auswirkungen des Corona-Virus auf die Thurgauer Gastroszene.

Ida Sandl
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Ruedi Bartel, Präsident des Wirteverbandes Gastro Thurgau

Ruedi Bartel, Präsident des Wirteverbandes Gastro Thurgau

Bild: Donato Caspari

Aus Angst vor dem Corona-Virus einen Restaurantbesuch aussetzen, sei übertriebene Vorsicht, sagt Ruedi Bartel, der Präsident von Gastro Thurgau.

Wie geht es den Thurgauer Gastrobetrieben?

Ruedi Bartel: Nicht sehr gut. Die Buchungen für Tagungen und Seminare fallen fast komplett weg. Auch Caterings finden praktisch nicht mehr statt und Übernachtungen sind massiv retour gegangen. Die Restaurants sind nicht alle gleich stark betroffen. Landgasthöfen geht es noch etwas besser.

Die Menschen haben Angst, sich mit dem Corona-Virus anzustecken.

Das ist verständlich, aber teils unbegründet. Wir Wirte kennen uns aus mit Hygienevorschriften. In einem Restaurant mit genug Abstand zwischen den Tischen essen zu gehen, ist nicht gefährlich. Gerade jetzt sollten die Leute die Gastronomie unterstützen.

Gibt es Bestrebungen, den Betrieben zu helfen?

Gastro Suisse hat die betroffenen Betriebe aufgefordert, sich zu melden. Jetzt kann man nicht mehr machen, als abwarten, wie sich alles entwickelt.

Stehen Bund und Kantone in der Pflicht?

Das denke ich schon. Die Betriebe müssen ja die Kosten weiter tragen und ihre Mitarbeiter bezahlen, ob sie ein Menu verkaufen oder 50. Kurzarbeit kann kurzfristig helfen.

Wie viele Betriebe sind gefährdet?

Ich rechne damit, dass etwa 5 Prozent der Gastrobetriebe im Thurgau die Krise vielleicht nicht überstehen.