«Ich habe sofort mit Desinfektionsmittel das Gesicht gereinigt»: Mann in Rheineck bespuckt, weil er Abstand forderte

Ein Mann aus Balgach meldet, dass er vor der Coop-Filiale in Rheineck zweimal bespuckt wurde. Zurzeit befindet sich der 59-Jährige in Selbstisolation und verlangt eine rasche Aufklärung des Vorfalls. Die St.Galler Kantonspolizei ermittelt.

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Der Vorfall nahm an der Kasse im Coop in Rheineck seinen Lauf.

Der Vorfall nahm an der Kasse im Coop in Rheineck seinen Lauf.

Bild: Keystone

(rek) Nach dem Einkaufen im Coop in Rheineck eskalierte am letzten Freitag ein Streit zwischen einem Mann und einem Paar. Der 59-jährige Mann aus Balgach habe an der Kasse ein Paar darauf hingewiesen, dass es ihm zu nahe aufgerückt war. Die beiden hätten ihn jedoch nicht ernst genommen, und seien ihm noch näher gekommen. Auf dem Weg zu seinem Auto sei er verfolgt worden, und man habe ihm zweimal ins Gesicht gespuckt. Zu «20 Minuten» sagt der Balgacher:

«Ich war völlig perplex und habe sofort mit Desinfektionsmittel das Gesicht gereinigt.»

Nach dem Vorfall sei er schnurstracks zurück in den Laden gestürmt. Dort habe er sich vom Geschäftsführer eine Kopie der Videoaufnahmen aushändigen lassen. «Danach habe ich bei der Polizei angerufen, die mir sagte, ich solle zum Polizeiposten in St.Margrethen gehen», erzählt der 59-Jährige. Unter normalen Umständen hätte er den Zwischenfall nicht gemeldet, aber während der aktuellen Lage mit dem Coronavirus sei es einfach fahrlässig, sagt er.

In Selbstisolation begeben

Seither befindet sich der Mann in Selbstisolation. «Das Bundesamt für Gesundheit hat mir gesagt, ich sollte den Kontakt mit anderen Personen meiden und einen Test machen lassen, sollte ich Symptome entwickeln», schildert er. Nun verlangt der Balgacher, dass man einen Test beim Spuckenden durchführt. «Ist die Spucke auf der Schleimhaut gelandet, so besteht das Risiko einer Übertragung von Infektionskrankheiten», sagt Fabienne Frei, die stellvertretende Generalsekretärin des Gesundheitsdepartements in St.Gallen, zu «20 Minuten».

Die Kantonspolizei St.Gallen untersucht den Fall

Die St.Galler Kantonspolizei bestätigt heute dieser Zeitung, dass man vom Vorfall Kenntnis habe: «Die genauen Umstände befinden sich zurzeit in Abklärung», sagt Florian Schneider, Mediensprecher der St.Galler Kantonspolizei. Vorerst wird die Polizei versuchen, die Gegenpartei des Vorfalls ausfindig zu machen. Bei einer Kontaktaufnahme würde man Befragungen durchführen, bevor man den Sachverhalt an die St.Galler Staatsanwaltschaft weiterleitet.