Kolumne

«Ich gehe davon aus, dass wir die Arbeit auch bald niederlegen müssen»: Gartenbau-Unternehmer Rolf Heule über seine Arbeit.

Wir lassen täglich Menschen aus der Ostschweiz zu Wort kommen, die in der Corona-Krise weiterhin arbeiten. «Der Natur ist es wurst, ob der Rasen gemäht oder die Bäume geschnitten werden. Die kann warten», sagt  der Gartenbau-Unternehmer.

Hören
Drucken
Teilen
Rolf Heule, Gartenbau Heule, Diepoldsau.

Rolf Heule, Gartenbau Heule, Diepoldsau.

Janina Gehrig

Wir sind ein kleines Gartenbauunternehmen mit 20 Mitarbeitern. Wir hätten jetzt im Frühling so viel Arbeit, ich könnte doppelt so viele Angestellte gebrauchen. Seit Januar sagen wir jedoch viele Aufträge ab. Ich gehe davon aus, dass wir die Arbeit auch bald niederlegen müssen. Ich habe soeben mit einem Kollegen aus Österreich telefoniert, dort sind sie bereits so weit.

Wir haben anfangs Woche umgestellt, wir fahren nur noch in Zweiergruppen umher. Die Mitarbeiter treffen sich nicht mehr im Werkhof, um die Aufträge anzunehmen, sondern draussen auf dem Platz. Zum Znüni sitzen wir jetzt auf einem Stein und essen ein mitgebrachtes Eingeklemmtes, da alle Bistros geschlossen sind. Manchmal bringen uns die Kunden Kaffee oder ein Tortenstückchen.

Als ich heute vom Rheintal nach St. Gallen gefahren bin, habe ich viele Spaziergänger und Velofahrer am See gesehen. Jetzt muss der Bund einen Riegel schieben, sonst halten zu viele die Distanz-Regeln nicht ein. Ich bin 50. Angst habe ich keine vor dem Virus. Auch unsere Mitarbeiter sind selten krank. Wir sind wohl etwas abgehärtet, da wir immer draussen arbeiten.

Der Natur ist es wurst, ob der Rasen gemäht oder die Bäume geschnitten werden. Die kann warten. Aufgezeichnet: jan

Mehr zum Thema