«Ich bin Reto Brennwald nicht böse»

So sehe ein typischer Wiler aus, sagte SF-Moderator Reto Brennwald bei den Bundesratswahlen über den örtlichen FDP-Präsidenten Jigme Shitsetsang. Dieser nimmt die Äusserung mit tibetischer Gelassenheit.

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Jigme Shitsetsang (Bild: wv)

Jigme Shitsetsang (Bild: wv)

Wil. Jigme Shitsetsang, 1971 in Wil geboren und mittlerweile wieder am Ort wohnhaft, ist in der Äbtestadt bestens verwurzelt. Am Mittwoch schlug bei den Bundesratswahlen seine grosse Stunde: Er wurde live am Schweizer Fernsehen zu Karin Keller-Sutters Chancen befragt. Als im Anschluss an die Aussenschaltung wieder SF-Moderator Reto Brennwald im Bundeshaus übernahm, stellte dieser trocken fest, so sehe also ein typischer Wiler aus. Er fügte noch bei, das meine er ohne jegliche Ironie.

«Empört war niemand»

«Ich habe Reto Brennwalds Bemerkung zunächst gar nicht mitbekommen», hält Jigme Shitsetsang einen Tag danach fest. Beim Empfang für Karin Keller-Sutter in Wil am Mittwochabend wurde er dann allerdings verschiedentlich auf Brennwalds Äusserung angesprochen. «Einige fanden die Bemerkung unangebracht. Gross empört war aber niemand.»

Kein «typischer Wiler»

Auch Jigme Shitsetsang selbst, der tibetische Wurzeln hat, nimmt das Ganze gelassen: «Ich glaube, dass Reto Brennwald im Stress war und ihm diese flapsige Bemerkung einfach so herausgerutscht ist», hält er fest. Er sei Reto Brennwald nicht böse.

Aber inwieweit sieht er sich denn überhaupt als typischen Wiler? «Eigentlich gar nicht», lacht Shitsetsang, der im nahen Thurgau aufwuchs. Er habe als Jugendlicher aber Eishockey in Wil gespielt, sei jeweils hier im Schwimmbad gewesen.

«Und auch jetzt, wo ich hier lebe, fühle ich mich in der Stadt wohl und bin ihr verbunden», sagt er. (dwa)