«Ich bin offen für Diskussionen, aber ich suche das Amt nicht»: St.Galler SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel ist bereit für Gespräche zum SVP-Präsidium

Bisher kandidiert einzig der Zürcher Nationalrat Alfred Heer für das SVP-Präsidium. Offenbar will nun aber auch Roland Rino Büchel ins Rennen steigen. Der St.Galler SVP-Nationalrat ist bereit für das Gespräch mit der Findungskommission.

Marcel Elsener
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SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel erklärt sich bereit zur Wahl für das SVP-Präsidium.

SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel erklärt sich bereit zur Wahl für das SVP-Präsidium.

Bild: Michel Canonica

Der Zürcher Nationalrat Alfred Heer ist bislang der einzige offizielle Kandidat für das SVP-Präsidium. Eine unhaltbare Situation, findet Roland Rino Büchel. «Einer ist zuwenig, und null sowieso, falls Heer nicht in Frage kommt», sagt der Rheintaler Nationalrat. «Wir müssen definitiv eine Auswahl haben.»

Noch keine formelle Bewerbung

Büchel hat sich auf Anfrage der Sonntagspresse vorsichtig für die Nachfolge von SVP-Präsident Albert Rösti ins Spiel gebracht. «Ich bin offen für Diskussionen, aber ich suche das Amt nicht», bestätigte er am Montag gegenüber SRF sein Interesse, sich in einer Auswahl zu stellen. Ende Jahr habe es noch anders ausgesehen, weil man vier bis fünf Topkandidaten hatte. Da jetzt einer nach dem anderem abgesagt habe, sei er bereit, mit der Findungskommission zu diskutieren. «Der Favorit bleibt Alfred Heer. Wer sonst noch will, wird man sehen.»

Roland Rino Büchel sagt am Montagnachmittag auf Nachfrage unserer Zeitung:

«Die Kommission, der auch Toni Brunner angehört, muss jetzt eine echte Findungskommission werden und aktiv Kandidaten suchen.»

Formell beworben habe er sich nicht, doch werde er «logisch das Telefon abnehmen und mit der Kommission reden.» Jedoch strebe er das Amt nicht unbedingt an, wie er betont:

«Wenn sich mein Favorit Marcel Dettling oder andere Topleute wie Franz Grüter, Andreas Glarner oder Sandra Sollberger zur Verfügung stellen, unterstütze ich sie.»

«Sanierungsfall» bräuchte Mann für heikle Einsätze

Speziell Fraktionskollegen aus der Westschweiz oder dem Tessin hätten Büchel in der frühen Phase der Nachfolgediskussion ermuntert. «Da sagte ich aber klar Nein.» Jetzt sehe die Situation anders aus, nachdem sich das Feld virtuell ins Spiel gebrachter (wie Mike Egger) oder halbwegs ernsthafter Kandidaten bis auf Alfred Heer wieder geleert habe. Heer sei allerdings auf Blocher TV mehr oder weniger «abgeschossen» worden. Die SVP sei bekanntlich nicht im Hoch, meint Büchel, ob sie aber ein «absoluter Sanierungsfall» sei, wäre zu diskutieren. «Wenn sie es tatsächlich ist, wäre ich aufgrund meiner schwierigen beruflichen Einsätze in afrikanischen und südamerikanischen Ländern oder in Japan nicht der ungeeignetste», sagt Büchel.

Hätte er den Segen Blochers und Brunners? «Keine Ahnung», meint der Oberrieter. «Eigentlich ist das nicht entscheidend.» Er habe ja schon «viele Stempel» erhalten, vom «braven Parteisoldaten bis zum Exzentriker», letztlich läge es am Wahlgremium, also an den Delegierten. Die SVP wählt ihren Präsidenten oder ihre Präsidentin am 28. März an der Delegiertenversammlung.

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