«Ich bin nicht in sie verliebt»

Lukas Hirschi aus Amriswil will US-Sängerin Katy Perry treffen. Um seinem Traum näherzukommen, sammelt er «Likes» auf Facebook. Ob der Star auf seine Idee einsteigt, weiss er noch nicht. Aber er will am Ball bleiben.

Rita Kohn
Drucken
Mit Hilfe von Facebook: Lukas Hirschi will den Popstar Katy Perry zu einem Treffen bewegen. (Bild: Reto Martin)

Mit Hilfe von Facebook: Lukas Hirschi will den Popstar Katy Perry zu einem Treffen bewegen. (Bild: Reto Martin)

AMRISWIL. Er sagt, dass er ein ganz normaler junger Mann sei. Dann huscht ein Strahlen über das Gesicht des Amriswilers. «Letztes Jahr bin ich nach Berlin geflogen, für 24 Stunden.» Lukas Hirschi beginnt zu erzählen. Von stundenlangem Ausharren vor der Parfumerie in Berlin, wo Katy Perry ihren Auftritt hatte. «Um sechs Uhr bin ich in Zürich abgeflogen», sagt Hirschi. Um acht sei er vor der Parfumerie gestanden und habe gewartet. So lange, bis sein Idol da war.

Von seinem Berlin-Abenteuer ist Lukas Hirschi ein Foto mit dem Star geblieben. Und ein Autogramm auf einer Vogue-Zeitschrift: «You are so sweet.» Die Zeitschrift hütet er vorsichtig. Sie ist in eine schützende Plastikhülle gepackt und lagert in einer speziellen Kiste zu Hause. «Dort habe ich alles drin, was mit Katy Perry zu tun hat», sagt Hirschi.

«Sie hat's versprochen»

Lukas Hirschi träumt davon, die Sängerin mal etwas länger zu treffen als die paar Minuten, die jeweils im Rahmen eines «Meet & Greet» möglich sind (Ausgabe vom 30. August). Er glaubt, dass ihm Katy Perry dieses Treffen auch irgendwie schuldig ist. «Sie hat es mir versprochen», sagt er. Das sei im Rahmen eines Konzerts gewesen, 5000 Leute hätten es gehört. Was er sich von diesem Treffen erhofft, weiss Lukas Hirschi nicht so genau. Ganz sicher aber nicht der Beginn einer Romanze. «Ich bin nicht in sie verliebt», sagt er. Nach kurzem Nachdenken erklärt der junge Mann, er würde niemals etwas tun, das die Privatsphäre der Sängerin verletzen könnte. «Daran habe ich keinerlei Interesse.» Er könne die Menschen nicht verstehen, die ihre Idole stalken würden. «Mir ist sehr genau bewusst, dass ich kein Teil ihres Lebens bin. Und wohl auch nie sein werde.»

In Erinnerung bleiben

Er wolle lediglich erreichen, dass sein Name ihr ein Begriff sei, er in ihrer Erinnerung bleibe. «Es wäre das Grösste für mich, wenn sie mich erkennen würde, wenn ich vor der Bühne stehe», sagt er. Deshalb habe er auch zum Mittel mit den Facebook-Klicks gegriffen. «In den USA wird das immer wieder gemacht», sagt er. Ob Katy Perry darauf eingehen wird, weiss Lukas Hirschi nicht. Immerhin hat er sein Ziel von 10 000 Klicks nicht nur erreicht, sondern längst übertroffen. «Es sind mittlerweile mehr als 12 800 Klicks.» Das bisherige Ergebnis hat Lukas Hirschi nun an eine der Backgroundsängerinnen und an den Schlagzeuger von Katy Perry weitergeleitet. «Ich habe keine Mailadresse vom Management», bekennt er.

Eine Million wäre unrealistisch

Ob sich Katy Perry von der Zahl der Klicks wirklich beeindrucken lässt, kann Lukas Hirschi nicht abschätzen. Er habe sich viele Gedanken über die richtige Zahl gemacht, sagt er. «Eine Million wäre absolut unrealistisch gewesen, und auch 100 000 wären zu hoch gegriffen», sagt er. Wenn auch nicht von der Sängerin selber, so doch von vielen anderen gab es Reaktionen auf die Facebook-Aktion: «Alle meine Freunde haben geklickt oder meinen Aufruf geteilt.» Viele hätten ihm zudem Glück gewünscht. Sollte die Sängerin auf die Aktion nicht reagieren, will Lukas Hirschi beim nächsten Konzert mit einem Plakat vor der Bühne stehen.

Aktuelle Nachrichten