«Hugos» würdiger Nachfolger

NIEDERWIL. Was haben der «Aperol Spritz» und der «Hugo» gemeinsam? – Beide Trendgetränke begannen ihren Siegeszug in Deutschland. Das gleiche gilt für die st. gallische Rhabarberschorle.

Nina Ladina Kurz
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Christof Schenk stellt in seinem Holderhof Rhabarberschorle für deutsche Gaumen her. Bald soll auch die Ostschweiz in den Genuss kommen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Christof Schenk stellt in seinem Holderhof Rhabarberschorle für deutsche Gaumen her. Bald soll auch die Ostschweiz in den Genuss kommen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Ein kleiner Ostschweizer Getränkehersteller hat den Geschmack hipper deutscher Apéritif-Liebhaber getroffen. Die in der Nähe von Gossau angesiedelte Firma Holderhof Produkte AG produziert im Auftrag des deutschen Konzerns Rewe Bio-Rhabarberschorle in der PET-Flasche. «Die Zusammenarbeit kam durch eine Ausschreibung für eine Biolimonade zustande», sagt Firmengründer Christof Schenk.

Die deutschen Gaumen mochten die Schorle aus der Schweiz; mit 25 Prozent Fruchtgehalt ist sie deutlich weniger sauer als vergleichbare Produkte. «Seit vergangenem Jahr liefern wir Rewe jährlich über eine Million Flaschen Rhabarberschorle», sagt Christof Schenk. Die Nachfrage danach sei im deutschen Markt steigend. «Wir haben den Nerv der Zeit getroffen.»

Eine Bio-Erfolgsgeschichte

Schenk gründete den Holderhof im Jahre 2000. Während seiner Ausbildung zum Landwirt merkte er, dass ihn die Holunderblütenbäume auf dem Feld mehr interessierten als die Tiere im Stall. Als Diplomarbeit präsentierte er seinen Holunderblütenwein Elderwood. «Zu Beginn konzentrierte ich mich auf die Herstellung und Vermarktung von Holunderrohstoffen sowie Holunderprodukten», sagt Schenk. Nach und nach kamen andere Bioprodukte wie verschiedene Sirups, Süssgetränke und Smoothies dazu. Für Schenk ist das Prädikat Bio ein Versprechen. «Die Erfrischungsgetränke bestehen aus Direktsäften oder aus natürlich biologischen Extrakten.»

Seit Sommer 2012 werden die Produkte am neuen Produktionsstandort Henau hergestellt. «Das Produkt bleibt von Beginn weg in unseren Händen, bis es genussreif ist», sagt Schenk. Seine Geschäftsidee funktioniert, das Unternehmen ist bis auf zehn Mitarbeiter angewachsen. Ein Novum ist auch die einzigartige Abfülltechnologie. «Uns ist es gelungen, roten Sirup wie beispielsweise Himbeersirup ohne Konservierungsstoffe herzustellen. Damit sind wir europaweit zurzeit die einzigen», so Schenk.

Umsatzzahlen möchte der Firmengründer keine nennen, aber «wir verkaufen insgesamt jährlich rund zehn Millionen Flaschen». Das biologische Produktionsverfahren überzeugte auch hiesige Detailhändler. Der Holderhof beliefert bereits Coop, Migros, Spar, Landi und Valora mit verschiedenen Sirups und Fruchtsäften.

Rhabarber für die Ostschweiz

Während die Deutschen bereits ihre Gaumenfreude an der Schorle haben, ist das Getränk hierzulande noch ein Nischenprodukt. Erste Lokale in Zürich haben die süss-saure Schorle bereits auf der Karte, in der Ostschweiz sucht man den potenziellen Sommerdrink 2013 noch vergebens. Schenk will dies ändern. «Die Rhabarberschorle wollen wir unter der Marke Holderhof in den Reformhäusern etablieren und später in der Gastronomie aktiv bewerben.»