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HSG setzt auf Roboter: Lexi hilft bei Vorlesungen

Die Universität St.Gallen setzt auf Roboter und künstliche Intelligenz: Sie sollen die Studierenden unterstützen.
Dinah Hauser
Roboter, wie Pepper, assistieren Menschen. Bild: Getty

Roboter, wie Pepper, assistieren Menschen. Bild: Getty

Montagmorgen um 9 Uhr im Vorlesungssaal: Begrüsst werden die Studenten nicht etwa von einem Dozenten, sondern von einem Roboter. Zukunftsmusik oder bereits Realität? Die Universität St.Gallen befindet sich wohl irgendwo dazwischen. Denn das Institut für Wirtschaftspädagogik hat sich zwei menschenähnliche Roboter angeschafft. Künstliche Intelligenz, kurz KI, ist schon in zahlreichen Alltagsgegenständen wie dem Handy eingebaut.

Auch die beiden Uni-Roboter bedienen sich der KI. Einer davon wurde über die Sommermonate programmiert und steht nun als Vorlesungsassistent im Dienst. «Im ersten Schritt geht es darum, den Studierenden die Möglichkeit zu schaffen, KI besser zu verstehen», sagt Institutsdirektorin Sabine Seufert. Dabei soll aufgezeigt werden, wie so ein humanoider Roboter funktioniert und was alles dahinter steckt. Damit Lexi – so der Name des Roboters vom Typ Pepper – Fragen beantworten kann, musste beispielsweise erst ein sogenannter Chatbot programmiert werden.

Wenige Projekte im Bildungsbereich

Wie kann man Roboter im Bildungsbereich nutzbar machen? So lautet die zweite Frage des Pilotprojekts. Im Gegensatz zum Pflegebereich gäbe es noch sehr wenige Projekte im deutschsprachigen Raum. Seufert sagt:

«Dabei soll der Roboter keinen Ersatz für den Menschen darstellen, sondern ihn ergänzend unterstützen.»

Professoren und Dozenten dürfen also aufatmen.

Seufert ist sich bewusst, dass einige Menschen Respekt vor Robotern und künstlicher Intelligenz haben. Sie vergleicht dies mit der Entwicklung des Telefons. «Anfangs wussten die Leute auch nicht, wie man damit umgeht, und benötigten gezielte Schulungen.» Genau darum möchte Seufert die neue Technologie nun den Menschen näher bringen. «Nur etwa zehn bis zwölf Prozent der befragten Erstsemestrigen kamen je in Kontakt mit einem Roboter wie Lexi.» Zudem sei die Entwicklung solcher Technologien ihrer Ansicht nach nicht aufzuhalten. «Darum ist es umso wichtiger, jetzt bereits zu erforschen, wie man sie bestmöglich einsetzt.»

Beim Programmieren des Roboters waren zwei Studenten involviert. Gemeinsam haben sie sich entschieden, Lexi bei der Einführung der Erstsemestrigen ins wissenschaftliche Schreiben einzusetzen. «In der Vorlesung hat Lexi erklärt, wie man effizient recherchiert und wie ein System nach Plagiaten sucht», sagt Seufert.

«Wichtig ist, dass am Schluss der Mensch entscheidet und nicht die KI.»

Der Technologie ein Gesicht geben

Einige der Studierenden blicken im Video, welches auf dem Youtube-Kanal der HSG zu sehen ist, skeptisch drein. Eine Studentin sagt etwa, sie habe sich anfangs etwas unwohl gefühlt. «Ich merkte dann aber, dass es das Gleiche ist, wie wenn ich mit meinem Handy spreche.» Nur spricht sie in diesem Fall mit einer menschenähnlichen Erscheinung. «Der Technologie ein Gesicht geben und sie so zugänglicher machen», so nennt Seufert diesen Prozess.

Damit mehr Studenten Lexi nutzen können, soll das Chatbot-Programm des Roboters auch für PCs bereitgestellt werden. Angedacht ist zudem ein Feedback-Tool, welches Rückmeldung zum logischen Aufbau von Texten gibt. «Dies lässt sich bereits mit der heutigen Technologie realisieren», sagt Seufert.

«Man kann sich das wie eine Rechtschreibhilfe für den Textaufbau vorstellen.»

Ziel sei es nicht, die rund 30 Coaches der Erstsemestrigen zu ersetzen, sondern sie zu unterstützen.

Seufert wünscht sich eine Bewegung zum Healthy Internet, also zum gesunden Internet. Das World Wide Web werde täglich mit Informationen zugemüllt. Relevante von nicht relevanten oder gar falschen Informationen zu unterscheiden werde immer schwieriger. Beim Sortieren könnte die KI behilflich sein. «Es geht nicht um Zensur, sondern um eine Orientierungshilfe. Diese sollte allerdings transparent sein», sagt Seufert. Damit soll die Informationskompetenz der Leute gefördert werden.

Vorerst läuft der Pilotversuch zusammen mit der Zürcher Firma Raumcode über vier Jahre. «Das Projekt hat hoffentlich noch länger Bestand», sagt Seufert. In dieser Zeit möchte die Direktorin zusammen mit den Studierenden erforschen, wie humanoide Roboter im Bildungsbereich am besten eingesetzt werden. Wohin die Reise genau führt, ist allerdings noch offen.

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