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HSG reagiert auf Vorfälle: Rektor muss künftig auf jede Art von Nebentätigkeiten verzichten

Der Universitätsrat der Universität St.Gallen (HSG) hat an seiner letzten Sitzung beschlossen, die Verbesserung der Governance und Compliance voranzutreiben. Konkret heisst das: Der künftige Rektor muss auf Nebentätigkeiten während seiner Amtszeit verzichten.
Tim Naef
Der letzte HSG-Rektor mit einer Nebentätigkeit: Thomas Bieger.

Der letzte HSG-Rektor mit einer Nebentätigkeit: Thomas Bieger.

«Der Universitätsrat hat die Gewissheit, dass das Controlling-System der HSG funktioniert», hält die Universität St.Gallen gleich zu Beginn der Medienmitteilung fest. Die Untersuchung zu Spesenbezügen sei durch die Prüfung im betroffenen Institut selbst aufgedeckt worden; gegenwärtig laufe eine Administrativuntersuchung, die bald abgeschlossen sein dürfte.

Dennoch wolle die HSG die Thematik Compliance und Governance weiter verbessern. Erste Massnahmen wurden dazu bereits getroffen: «Bereits entschieden wurde bei der Nachfolgeplanung für Rektor Thomas Bieger, dessen Amtszeit Ende Januar 2020 endet, dass der künftige Rektor, die künftige Rektorin auf jede Art von Nebentätigkeiten verzichten muss», heisst es in der Medienmitteilung. Der Universitätsrat sei überzeugt und setze alles daran, durch klare Schlussfolgerungen im Zuge der Aufarbeitung die zukünftige Führung der Universität St.Gallen und das Erfolgsmodell HSG mit einer zeitgemässen und vorbildlichen Governance und Compliance zu stärken.

Weitere Vorfälle «ohne direkten Bezug zur HSG»

Bei den weiteren unterschiedlich gelagerten Vorfällen «Rüegg-Stürm» (Raiffeisenbank), «Stadler» (Audi) und «Bieger» (Jungfraubahn) gehe es um Handlungen von Dozenten, die ohne einen direkten Bezug zur HSG seien. Aber auch diese Fälle würden vom Universitätsrat sehr ernst genommen werden:

  • Bei Professor Johannes Rüegg-Stürm, der sich aktuell in einem Forschungssemester befindet, wird seine Tätigkeit als Verwaltungsratspräsident der Raiffeisenbank im Zusammenhang mit der Governance von der Bank aufgearbeitet.
  • Professor Rupert Stadler hat auf die Ausübung seiner Honorarprofessur bis zum Abschluss des Verfahrens und der damit zusammenhängenden Klärung des Sachverhalts verzichtet.
  • Bei Rektor Thomas Bieger, in seiner Nebentätigkeit Verwaltungsratspräsident der Jungfraubahn, hat die eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) ihre aufsichtsrechtliche Prüfung über die Jahre 2014 bis 2016 abgeschlossen und die Gesellschaft wegen festgestellter Marktmanipulationen gerügt. Diese sind aufsichtsrechtlich unzulässig, aber kein Straftatbestand. Das Unternehmen hat die notwendigen Massnahmen bereits umgesetzt.

«Die Universität wird in jedem Fall die eingeleitete universitätsinterne Aufarbeitung dieser Ereignisse analysieren und aus den Ergebnissen die notwendigen Schlussfolgerungen ziehen», heisst es in der Medienmitteilung.

Nebenbeschäftigungen, Spesen, Kontrollmechanismen und Finanzflüsse

Der Universitätsrat beschäftige sich schon seit einiger Zeit mit der Thematik Compliance und Governance, so die HSG. Bereits im Frühjahr 2018 habe er das Rektorat beauftragt, das Reglement zu den Nebenbeschäftigungen der Dozierenden zu überarbeiten.

«Mittlerweile wurde die Überprüfung auf den ganzen Themenkomplex ausgedehnt und systematisiert. Es werden verschiedene Handlungsfelder betreffend Nebenbeschäftigungen, Spesen, Kontrollmechanismen und Finanzflüsse auch im Hinblick auf ihre Transparenz bearbeitet.»

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