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HSG-Professoren legen ihre Mandate offen

Marcel Elsener

Zwei Verwaltungsratspräsidien von Professoren kratzten 2018 nebst anderen Vorkommnissen fortwährend am Ruf der Universität St.Gallen: jenes von Johannes Rüegg-Stürm bei der Raiffeisen-Bank und jenes von Rektor Thomas Bieger bei den Jungfraubahnen. Nun sind freilich beide Mandate kein Thema mehr, da Rüegg-Stürm längst zurückgetreten ist und Bieger auf Februar 2020 als Rektor aufhört.

Bewilligung vom Universitätsrat erforderlich

Dass ein HSG-Professor den Verwaltungsrat eines grösseren Unternehmen leitet, war bisher eine Ausnahme und dürfte künftig noch seltener der Fall sein: Gemäss den neuen Richtlinien ist die Übernahme von Präsidien von Verwaltungsräten und vergleichbaren Gremien auf Antrag der neu gebildeten Kommission vor der Wahl vom Universitätsrat zu bewilligen. Bislang waren diese dem Rektor vorzulegen.

Als Sofortmassnahme aufgrund von Biegers umstrittenem Mandat hatte der Universitätsrat bereits vergangenen Herbst beschlossen, dass HSG-Rektoren ab 2020 auf Nebenjobs verzichten müssen.

Biegers Nachfolger Bernhard Ehrenzeller tritt denn auch per 31. Oktober als Richter am Staatsgerichtshof des Fürstentums Liechtenstein zurück.

Per Anfang August ist die nachgeführte Liste der deklarierten Nebenbeschäftigungen auf der HSG-Website aufgeschaltet worden. Statt wie bisher in den einzelnen Einträgen der Dozierenden auf der Alexandria-Plattform suchen zu müssen, kann die interessierte Öffentlichkeit die Nebentätigkeiten nun auf einen Blick in einem PDF-Dokument nachlesen.

Stichproben sind Sache der Kommission

Aufgelistet sind die Nebenjobs der ordentlichen und assoziierten Professorinnen und Professoren, der Assistenzprofessorinnen und -professoren sowie der ständigen Dozierenden – gesamthaft gut 200 Personen. Laut dem fürs Controlling zuständigen Prorektor Peter Leibfried dürften bis dato 99 Prozent der Dozierenden ihrer selbstverantwortlichen Pflicht nachgekommen sein, ausgenommen allenfalls einige, die erst im August an der HSG begonnen haben oder die im Ausland oder sonstwie unabkömmlich seien.

Das dritte kritisierte Mandat betraf eine bezahlte Beratungstätigkeit des Betriebswirtschafters Thomas Friedli für das Rüstungsunternehmen Ruag. Nun tritt er davon auf Ende 2019 ebenso zurück wie von allen anderen Nebenämtern. Nur wenige Professorinnen und Professoren wie etwa Monika Bütler, Urs Füglistaller oder Thomas Markus Zellweger deklarieren mehrere Mandate bei Aktiengesellschaften.

Ob unter ihnen allenfalls auch heikle sind, wird die Kommission prüfen, die ihre Arbeit im November aufnimmt.

Sie dürfte Stichproben vornehmen und in Einzelfällen einschreiten, wenn einzelne Tätigkeiten als zu brisant oder als zuviel empfunden werden. Naturgemäss sind Nebenjobs vor allem in den betriebswirtschaftlichen Lehrbereichen verbreitet, während in den sozial- und geisteswissenschaftlichen Fächern nur wenige Professoren externen Tätigkeiten nachgehen. Ganz abgesehen davon, dass ein Viertel aller Dozierenden an der Universität keinerlei Nebenbeschäftigungen haben.

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