Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

HSG-Erweiterung in St.Gallen und Klanghaus im Toggenburg: Darüber wird am 30. Juni abgestimmt

Am 30. Juni wird ein Teil der Schweizer Bevölkerung an die Urne gebeten. Zwar gibt es keine nationalen Vorlagen, in St.Gallen stehen aber wichtige kantonale Anliegen auf dem Programm. Eine Übersicht.
Tim Naef

Erstellung des Campus Platztor der Universität St.Gallen

Worum geht es?

Die Bauten der Universität St.Gallen sind seit Jahren überbelegt. Laut Kanton benötigt die HSG deshalb mehr Raum, um ihre Kernaufgaben – Lehre, Forschung und Weiterbildung – qualitativ hochstehend erfüllen zu können. «Aktuell können die räumlichen Engpässe nur mit befristeten Provisorien und einer stetigen Übernutzung der Gebäude bewältigt werden», heisst es dazu in der kantonalen Abstimmungsbroschüre.

Die Strategie des Kantons für die Universität sieht deshalb vor, den bestehenden Campus Rosenberg mit einem zweiten Standort zu ergänzen. Auf dem Areal Platztor am Rand der nördlichen Altstadt der Stadt St.Gallen soll der zentrale Ausbauschritt für die HSG realisiert werden. «Der neue Campus soll sich durch ein vielfältiges, zukunftsgerichtetes und innovatives Angebot für Lehre und Forschung in einem urbanen Umfeld auszeichnen», schreibt der Kanton St.Gallen. Rund 3000 Studierende sowie Dozierende und Mitarbeitende sollen künftig im Campus Platztor ein- und ausgehen.

Die Argumente der Befürworter

Die grossen Parteien haben alle die Ja-Parole beschlossen. Inzwischen hat sich auch ein überparteiliches Ja-Komitee gebildet mit Vertreterinnen und Vertretern von CVP, FDP, Grünen, Grünliberalen, SP und SVP. Auch der St.Galler Gewerbeverband, die Industrie- und Handelskammer St.Gallen-Appenzell (IHK) sowie die Wirtschaft Region St.Gallen (Wisg) haben sich dem Komitee angeschlossen. Im Kantonsparlament war die Vorlage praktisch unbestritten; in der Februarsession stelle es sich mit 101 Ja zu 3 Nein deutlich hinter die Vorlage.

Das sagen die Gegner

Um das Image der HSG steht es nach den zahlreichen Skandalen nicht zum Besten. Wie stark sich dies in der Abstimmung über die Erweiterung niederschlagen wird, ist offen. Proteststimmen gibt es vor allem bei der SP (die HSG sei nach wie vor «eine Kaderschmiede des Neoliberalismus») und der SVP («wegen des ganzen Schlamassels»); der Raumbedarf wird von beiden Parteien aber nicht in Frage gestellt. Einzig die Jungsozialisten des Kantons haben die Nein-Parole beschlossen. «Solange an der HSG blind eine neoliberale Ideologie gelehrt wird, kann die Juso einer Ausweitung der Universität nicht zustimmen», heisst es in einem Positionspapier.

Umfrage: Was ist Ihre Meinung zum HSG-Campus am Platztor?

Für alle App-User: Klicken Sie auf «dieses Element anzeigen», um zur Abstimmung zu gelangen.


Bau des Klanghauses Toggenburg

Worum geht es?

Im Toggenburg, genauer am Schwendisee, soll ein Klanghaus entstehen. «Mit dem Neubau wird ein einzigartiges Projekt realisiert, das den Kulturkanton St.Gallen im Wettbewerb der Kantone und die Region Toggenburg in ihrer kulturellen Ausstrahlung nach innen und aussen stärkt», heisst es in der Abstimmungsbroschüre des Kantons St.Gallen. Die Klangwelt Toggenburg könne mit dem Klanghaus ihr Angebot qualitativ und quantitativ ausbauen. Zudem fördere das Projekt den sanften Tourismus im Toggenburg nachhaltig.

Der Kanton plant das Klanghaus als Bauherr. Als Betreiberin ist die Klangwelt Toggenburg vorgesehen, die das Haus auf eigene Kosten führen wird. Konkret finanziert wird der Betrieb ausschliesslich mit Mitteln eines privaten Fonds, für den bereits verbindliche Zusagen in der Höhe von 5,3 Millionen Franken vorliegen. Die Gesamtkosten für das Projekt einschliesslich aller Vorbereitungsarbeiten belaufen sich auf 23,3 Millionen Franken. Davon finanziert die Klangwelt Toggenburg eine Million. Es verbleibt ein Kreditbedarf von 22,3 Millionen. Das Klanghaus bleibt nach Inbetriebnahme im Besitz des Kantons.

Die Argumente der Befürworter

Die kantonalen Parteien stehen hinter der Vorlage – mit einer gewichtigen Ausnahme: Als einzige grosse Partei im Kanton lehnt die SVP das Klanghaus ab; die Delegierten beschlossen mit 34 Ja- zu 128 Nein-Stimmen bei 7 Enthaltungen deutlich die Nein-Parole. Inzwischen hat sich ein überparteiliches Ja-Komitee gebildet mit Vertreterinnen und Vertretern von CVP, FDP, SP, Grünen, Grünliberalen, BDP und EVP. Im Kantonsparlament gab es nur wenig Widerstand gegen die Vorlage; in der Februarsession wurde sie mit 87 Ja- zu 21 Nein-Stimmen gutgeheissen.

Das sagen die Gegner

Das Projekt sei überdimensioniert, die Baukosten hoch, die Lage ungünstig – dies sind die Hauptargumente, welche die Kritiker aus den Reihen der SVP ins Feld führen. Die Befürworter derselben Partei weisen auf «den wichtigen kulturellen, wirtschaftlichen und touristischen Mehrwert» des Klanghauses für das obere Toggenburg hin. Die Rede ist von jährlich über fünf Millionen Franken Wertschöpfung für die Region.

Umfrage: Was ist Ihre Meinung zum Klanghaus im Toggenburg?

Für alle App-User: Klicken Sie auf «dieses Element anzeigen», um zur Abstimmung zu gelangen.


Kommunale Abstimmungen/Wahlen St.Gallen (Auswahl):

  • Stadt St.Gallen: Das Stimmvolk entscheidet über einen Nachtrag zur Gemeindeordnung. Konkret geht es um den Wahlvorgang der Stadtpräsidentin oder des Stadtpräsidenten und der übrigen Mitglieder des Stadtrats.
  • Wittenbach: Die Bürger stimmen über einen Kredit in der Höhe von 5,5 Millionen Franken für die Sanierung und Neugestaltung der Grüntalstrasse ab.
  • Gaiserwald: Ersatzwahl Mitglied Gemeinderat für den Rest der Amtsdauer 2017/2020. Marcel Rey (FDP) tritt nach 14 Jahren aus dem GR zurück. Es kandidiert einzig Matthias Luterbacher (FDP) für das Amt.
  • Häggenschwil: Ersatzwahl Schulpräsidium: Alan Germann tritt als Schulratspräsident Häggenschwil zurück. Für seine Nachfolge kandidiert einzig Astrid Hafner-Popp (parteilos).
  • Rüthi: Kredit über 2,95 Millionen Franken für einen Clubhaus-Neubau auf der Sportanlage Rheinblick. Die Abstimmung über das Bauvorhaben ist von der Bürgerversammlung im Frühling an die Urne verwiesen worden.
  • St.Margrethen: Kredit über 4 Millionen Franken (Gemeindeanteil) für eine Brücke für Fussgänger und Velofahrer als Verbindung zwischen Dorf/Bahnhof über die Gleise zum Industrieareal Altfeld und nach Höchst.
  • Au-Heerbrugg: Erster Wahlgang für das Schulpräsidium der Primarschulgemeinde.
  • Wattwil: Das Stimmvolk stimmt ab über zwei Kredite von insgesamt sechs Millionen Franken. Es geht um ein neues Bistro-Gebäude im Freibad und um die Auskleidung der Schwimmbecken mit Chromstahl.
  • Werdenberg-Sarganserland: Es kommt zur Ersatzwahl einer nebenamtlichen Richterin oder eines nebenamtlichen Richters (Amtsdauer 2015 bis 2021).
  • Sevelen: Das Stimmvolk stimmt über den Baukredit von 21,9 Millionen Franken für die Casa Sevellun ab.

Kommunale Wahlen/Abstimmungen Thurgau:

Der Kanton Thurgau hat, genauso wie die Kantone Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden, am 30. Juni keine kantonalen Wahlen oder Abstimmungen. Einzig in Weinfelden steht eine kommunale Wahl an:

  • Berg-Birwinken: Vier Frauen haben sich um den einen Sitz in der Schulbehörde der Volksschulgemeinde Berg-Birwinken beworben. Keine Kandidatin erreichte im ersten Wahlgang die nötigen Stimmen. Am Sonntag kommt es zum zweiten Wahlgang. Zwei Bewerber haben ihre Kandidatur zurückgezogen. Den frei werdenden Sitz von Thomas Bitschnau machen Mirjam Aeschimann und Sibylle Zürcher unter sich aus.

Wir berichten am Sonntag, 20. Juni, auf tagblatt.ch live von sämtlichen Abstimmungen und Wahlen. Schauen Sie bei uns vorbei.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.