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«Wie ein aufgeschreckter Hühnerstall»: Bildungschef Kölliker und Unirat stehen in der Kritik wegen Krisenmanagement an der HSG

Der Bericht zum Krisenmanagement der Uni St.Gallen führt zu einer emotionalen Debatte im Kantonsrat. Bildungschef Kölliker verteidigt sein Verhalten und Vorgehen.
Katharina Brenner
Das Krisenmanagement von HSG und Unirat nennt die Staatswirtschaftliche Kommission «problematisch». (Bild: Urs Bucher)

Das Krisenmanagement von HSG und Unirat nennt die Staatswirtschaftliche Kommission «problematisch». (Bild: Urs Bucher)

Felix Bischofberger beginnt mit Lob: «Die Universität St. Gallen ist eine erfolgreiche und gut geführte Institution», sagt der Präsident der Staatswirtschaftlichen Kommission. Die Kommission lege grossen Wert darauf, keine pauschalisierten Aussagen zu treffen. Dann folgt Tadel. Die Kommission kommt in ihrem Prüfungsbericht zur HSG zum Schluss, dass das Krisenmanagement von Unirat und Unileitung problematisch gewesen sei. Nach der Spesenaffäre und weiteren publik gewordenen Verfehlungen von Professoren der HSG hatte die Kommission Vorgehen und Verhalten der Verantwortlichen untersucht. Am Mittwoch war der Rat an der Reihe.

Es habe fragwürdige Präsidialverfügungen durch Bildungschef Stefan Kölliker gegeben, sagte Bischofberger. Als grundsätzliches Problem an der HSG ortet die Kommission das Fehlen eines Internen Kontrollsystems (IKS). Darauf habe schon die Finanzkontrolle mehrfach hingewiesen. Die Kommission empfiehlt der HSG, rasch ein umfassendes IKS für alle Gremien und Organisationseinheiten aufzubauen.

Lob für den Bericht von Walter Locher

Den Ton für die anschliessende Debatte setzte SP-Kantonsrat Etrit Hasler. Er sei wie die meisten Mitglieder des Rats empört über die Vorgänge am Institut für Finanzwirtschaft und Finanzrecht im Speziellen und der HSG im Allgemeinen. Die HSG spreche derzeit gerne von Kulturwandel, betone aber gleichzeitig, es handle sich um einen Einzelfall. Es sollte zu denken geben, so Hasler, dass das Aufsichtsgremium, der Unirat, wie ein aufgeschreckter Hühnerstall reagiert habe. Kontrollmechanismen müssten etabliert werden und der Unirat solle endlich den Administrationsbericht veröffentlichen. Diesen hatte Kölliker veranlasst und den Anwalt und FDP-Kantonsrat Walter Locher damit beauftragt.

Hasler lobte den «sehr guten Bericht», um sogleich Lochers Rolle als Teil des demokratischen Aufsichtsgremiums im Kantonsrat zu kritisieren. «Man schlägt den Sack und meint den Esel», entgegnete Lochers Parteikollege Beat Tinner. Dieser habe die Standesregeln eingehalten. Locher selbst war für die Diskussion in den Ausstand getreten, ebenso Karl Güntzel (SVP), Yvonne Suter (CVP) und Thomas Scheitlin (FDP) – alles Mitglieder des Universitätsrats.

Rektorat erhält Schulung in Krisenmanagement

Kölliker sagte, die meisten Empfehlungen der Kommission seien an der HSG in Vorbereitung oder bereits in Kraft gesetzt worden. Der Unirat habe bereits 2016 erste Massnahmen eingeleitet. Den Administrationsbericht könne er nicht freigeben, da die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft noch liefen. Und mit seinen Präsidialverfügungen habe er in einer dringlichen Situation Verantwortung übernommen. «Ich würde das wieder so machen.» Kölliker verteidigte auch Locher: Er habe hervorragende Arbeit abgeliefert, obwohl er «zwei Hüte» getragen habe.

Zum Schluss sagte der Bildungschef: «Unis sind auf Krisen nicht vorbereitet.» Um das zu ändern mache das Rektorat, das nächstes Jahr in neuer Zusammensetzung beginnt, gerade Schulungen in Krisenmanagement.

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