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Die St.Galler Bevölkerung befürwortet eine Erweiterung der HSG am Platztor +++ Bildungschef Kölliker: «Dieses Resultat ist nicht selbstverständlich»

Der Kanton St.Gallen kann am Platztor einen zusätzlichen Campus für 3'000 Studierende und Dozierende realisieren. Ende 2027 soll eröffnet werden.
Martin Oswald, Regula Weik

Das Resultat

  • 62.91 Prozent der St.Galler Stimmbevölkerung stimmen Ja. Alle Wahlkreise nehmen die Vorlage an.
  • Der Kanton St.Gallen kann somit am Platztor einen zusätzlichen Campus für 3'000 Studierende und Dozierende sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter realisieren.
  • Die Gesamtkosten für den Campus Platztor belaufen sich auf 207 Millionen Franken. Der Kanton übernimmt 160 Millionen Franken, die Stadt zwei Millionen Franken, die Universität 20 Millionen Franken und der Bund voraussichtlich 25 Millionen Franken. Der Kanton beginnt die Bauarbeiten gemäss Planung 2024. Ende 2027 will er den Campus eröffnen.
  • Die Stimmbeteiligung liegt bei tiefen 26.08%.

Grafik: Die Resultate der Wahlgemeinden.

Unser Kommentar

Die Reaktionen

Regierungsrat Stefan Kölliker zum positiven Ergebnis: «Dieses Resultat ist keine Selbstverständlichkeit. Die Stimmung in der Bevölkerung gegenüber der HSG ist nicht so schlecht wie nach den Vorkomnissen der vergangenen Monate vermutet werden konnte.»

Der Regierungsrat Stefan Kölliker. (Bild: Benjamin Manser, St.Gallen, 12.4.2019)

Der Regierungsrat Stefan Kölliker. (Bild: Benjamin Manser, St.Gallen, 12.4.2019)

Die Universität St.Gallen dankt der Bevölkerung in einem Schreiben für diesen Entscheid und das damit verbundene Vertrauen. «Für die Universität St.Gallen ist der heutige Tag ein Freudentag, der in die Universitätsgeschichte eingehen wird», sagt Rektor Thomas Bieger. «Der Campus Platztor bietet neue Chancen: Er wird den Bildungs- und Wirtschaftsstandort Ostschweiz substanziell stärken und erlaubt es der HSG, hierbei auch in Zukunft einen wichtigen Beitrag zu leisten».

Die SP Frauen des Kantons St.Gallen schreiben in ihrer Mitteilung, die HSG müsse einen Schritt vorwärts machen. «Der neue Campus muss für die HSG eine Verpflichtung sein, vielfältige, innovative Angebote für Lehre und Forschung aufzubauen.»

Worum geht es?

Die Bauten der Universität St.Gallen sind seit Jahren überbelegt. Laut Kanton benötigt die HSG deshalb mehr Raum, um ihre Kernaufgaben – Lehre, Forschung und Weiterbildung – qualitativ hochstehend erfüllen zu können. «Aktuell können die räumlichen Engpässe nur mit befristeten Provisorien und einer stetigen Übernutzung der Gebäude bewältigt werden», heisst es dazu in der kantonalen Abstimmungsbroschüre.

Die Strategie des Kantons für die Universität sieht deshalb vor, den bestehenden Campus Rosenberg mit einem zweiten Standort zu ergänzen. Auf dem Areal Platztor am Rand der nördlichen Altstadt der Stadt St.Gallen soll der zentrale Ausbauschritt für die HSG realisiert werden. «Der neue Campus soll sich durch ein vielfältiges, zukunftsgerichtetes und innovatives Angebot für Lehre und Forschung in einem urbanen Umfeld auszeichnen», schreibt der Kanton St.Gallen. Rund 3000 Studierende sowie Dozierende und Mitarbeitende sollen künftig im Campus Platztor ein- und ausgehen.

Umfrage: Das sagen die Tagblatt-Leser

Die Argumente der Befürworter

Die grossen Parteien haben alle die Ja-Parole beschlossen. Inzwischen hat sich auch ein überparteiliches Ja-Komitee gebildet mit Vertreterinnen und Vertretern von CVP, FDP, Grünen, Grünliberalen, SP und SVP. Auch der St.Galler Gewerbeverband, die Industrie- und Handelskammer St.Gallen-Appenzell (IHK) sowie die Wirtschaft Region St.Gallen (Wisg) haben sich dem Komitee angeschlossen. Im Kantonsparlament war die Vorlage praktisch unbestritten; in der Februarsession stelle es sich mit 101 Ja zu 3 Nein deutlich hinter die Vorlage.

Das sagten die Gegner

Um das Image der HSG steht es nach den zahlreichen Skandalen nicht zum Besten. Wie stark sich dies in der Abstimmung über die Erweiterung niederschlagen wird, ist offen. Proteststimmen gibt es vor allem bei der SP (die HSG sei nach wie vor «eine Kaderschmiede des Neoliberalismus») und der SVP («wegen des ganzen Schlamassels»); der Raumbedarf wird von beiden Parteien aber nicht in Frage gestellt. Einzig die Jungsozialisten des Kantons haben die Nein-Parole beschlossen. «Solange an der HSG blind eine neoliberale Ideologie gelehrt wird, kann die Juso einer Ausweitung der Universität nicht zustimmen», heisst es in einem Positionspapier.

Abstimmung: Toggenburger Klanghaus

Weitere kommunale Abstimmungen

  • Kein Einsatz von E-Voting. Nachdem an den vergangenen Volksabstimmungen in fünf Pilotgemeinden die Stimmbevölkerung jeweils auch den elektronischen Stimmkanal wählen konnte, fand die heutige Abstimmung ohne E-Voting statt. Grund ist ein Systemwechsel: Der Kanton St.Gallen wechselt vom System des Kantons Genf auf jenes der Post. Dies deshalb, weil der Kanton Genf sein System nicht mehr anbietet. Das System der Post wiederum wird derzeit noch vom Bund geprüft. Der Kanton St.Gallen hat somit die zweite Pilotphase abgeschlossen. Die dritte Pilotphase will er ab Mai 2020 beginnen. In dieser will er E-Voting allen Stimmberechtigten über ein Anmeldeverfahren und ohne Beschränkung auf einzelne Gemeinden anbieten. Bei den nationalen und kantonalen Erneuerungswahlen im Herbst 2019 und im Frühjahr 2020 verzichtet die Staatskanzlei hingegen auf den Einsatz von E-Voting. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil das praktische Zusammenspiel der unterschiedlichen Umsysteme für den Fall von Proporzwahlen noch nicht hinreichend erprobt werden konnte.

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