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HSG-Erweiterung: Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Platztor-Abstimmung vom 30. Juni

Die Universität St.Gallen platzt aus allen Nähten. Das wird sich ändern, wenn das Volk am 30. Juni dem 200 Millionen teuren Erweiterungsbau zustimmt. Dazu die wichtigsten Zahlen und Fakten.
Regula Weik, Christoph Zweili
Im Herbst 2018 waren 8669 Studierende an der HSG eingeschrieben. (Bild: Gaetan Bally/KEY)

Im Herbst 2018 waren 8669 Studierende an der HSG eingeschrieben. (Bild: Gaetan Bally/KEY)

Weshalb braucht es den Campus Platztor?

Die HSG benötigt dringend mehr Raum. Ihre Bauten sind seit Jahren überbelegt. Der Lehrbetrieb konnte nur mit Provisorien, deren Bewilligungen demnächst auslaufen, und verlängerten Vorlesungszeiten sichergestellt werden. Der Campus auf dem Rosenberg ist für 5000 Studierende konzipiert, derzeit sind 8669 eingeschrieben. Künftig sollen 3000 Studierende sowie Dozierende und Mitarbeitende im Bereich Lehre und Forschung im neuen Campus Platztor ein- und ausgehen.

Wie sieht der geplante Bau am Platztor aus?

Wie der neue Campus am Rande der St. Galler Altstadt (siehe Plan) im Detail aussehen wird, ist noch nicht bekannt. Der Architekturwettbewerb wird erst ausgeschrieben, wenn das Volk dem Kredit zugestimmt hat. Bauen soll laut Regierung ein namhafter Architekt, der Wettbewerb wird denn auch international ausgeschrieben.

Was kostet das Ganze?

Der geplante Neubau am Platztor kostet gut 200 Millionen Franken. Der Kanton will dafür 160 Millionen in die Hand nehmen. Der Bund beteiligt sich mit 25 Millionen, die HSG mit 20 Millionen. Die Stadt St. Gallen leistet einen Standortbeitrag von 2 Millionen.

Macht die HSG die hohle Hand?

Die Universität St. Gallen lässt sich ihre drei aktuellen Bauprojekte nicht nur von der öffentlichen Hand finanzieren. An den Campus Platztor leistet sie einen Beitrag von 20 Millionen Franken. Die gut 14 Millionen teure Sanierung des Bibliotheksgebäudes zahlt vollständig der Kanton. Das neue Learning Center, das 50 bis 60 Millionen kostet, wird vollumfänglich von privaten Geldgebern, Gönnern und Donatoren finanziert.

Baut die HSG auf Vorrat?

Der Kanton und die HSG-Leitung verneinen das. Die Universität soll nicht auf 12000 Studierende anwachsen – die Planung ist mittelfristig auf 8500 Studierende ausgelegt. Am Platztor entsteht neuer Raum von 14000 Quadratmetern. Flexible Raumstrukturen sollen neue Lernformen erleichtern.

Zieht sich die HSG vom Rosenberg zurück?

Der Campus Platztor ist eine Erweiterung und kein Ersatz für den Campus auf dem Rosenberg. Heute ist die HSG in zahlreichen Liegenschaften am Rosenberg und in Bahnhofsnähe eingemietet – das führt immer wieder zur Kritik, sie besetze zentralen, gefragten Wohnraum in der Stadt. 12 Liegenschaften hat die HSG in den letzten Jahren aufgegeben, insgesamt 3800 Quadratmeter oder die Fläche von 20 Tennisplätzen. Die Nachfrage nach dem frei gewordenen Raum hält sich laut Regierung in Grenzen.

Wie weit liegen die Standorte auseinander?

Die neuen Räume am Platztor sind innert 15 Gehminuten vom heutigen Campus Rosenberg aus erreichbar. Die direkte Fusswegverbindung zwischen Platztor und Rosenberg baut auf dem bestehenden Treppensystem auf; dieses soll partiell ergänzt werden.

Wer muss am Platztor weichen?

Das gesamte Platztor-Areal umfasst eine Fläche von 9506 Quadratmetern. Es ist derzeit noch überbaut. Die bestehenden Industrie- und Wohngebäude werden abgerissen. Noch offen ist die Zukunft des bekanntesten Gebäudes, der Offenen Kirche mit dem Graffiti eines brasilianischen Frauengesichts.

Wann soll es mit den Bauarbeiten losgehen?

Der Baustart ist für 2024 geplant. Es wird mit einer dreijährigen Bauzeit gerechnet. Das neue Campus Platztor soll, wenn es keine Verzögerungen gibt, Ende 2027 in Betrieb genommen werden.

Wie viele St. Galler studieren an der HSG?

Zwölf Prozent der Studierenden stammen aus dem Kanton St. Gallen – aktuell sind es 1010. Die Studentenschaft der HSG ist sehr international; es sind Studierende aus 80 Staaten eingeschrieben. Am meisten ausländische Studenten stammen aus Deutschland, gefolgt von Österreich, Italien, Frankreich und China. Die Ausländerquote ist auf maximal 25 Prozent beschränkt.

Was kann an der HSG studiert werden?

Es gibt fünf Fakultäten: Management, Finance, Wirtschaft und Politik, Recht sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Das Angebot wird ab 2020 mit dem Joint Medical Master um die medizinische Masterausbildung erweitert. Ab dem Jahr 2021 folgt der universitäre Ausbildungsgang im Bereich der Informatik – dies als Teil der kantonalen IT-Bildungsoffensive.

Was bringt die HSG der Region?

Die Universität mache aus einem Franken fünf, sagen die Verantwortlichen. Will heissen: Auf einen Franken, den der Kanton in die HSG investiert, generiert sie fünf Franken. Insgesamt leistet sie 236 Millionen Franken ans Volkseinkommen in der Region – oder 789 Franken pro Einwohner. Jede siebte Logiernacht in der Stadt und der Region wird durch die HSG ausgelöst. Seit 2017 können sich Unternehmen, die aus dem Umfeld der Universität gegründet worden sind, um das HSG-Spin-Off-Label bewerben. Aktuell tragen 122 Firmen dieses Label, ein Viertel davon ist im Kanton St.  Gallen ansässig.

Was sagen die Parteien zum Campus Platztor?

Sie stehen hinter der Vorlage; die grossen Parteien haben alle die Ja-Parole beschlossen. Inzwischen hat sich auch ein überparteiliches Ja-Komitee gebildet mit Vertreterinnen und Vertretern von CVP, FDP, Grünen, Grünliberalen, SP und SVP. Auch der St. Galler Gewerbeverband, die Industrie- und Handelskammer St. Gallen-Appenzell (IHK) sowie die Wirtschaft Region St. Gallen (Wisg) haben sich dem Komitee angeschlossen. Im Kantonsparlament war die Vorlage praktisch unbestritten; in der Februarsession stelle es sich mit 101 Ja zu 3 Nein deutlich hinter die Vorlage.

Was sagen die Kritiker?

Um das Image der HSG stehe es nach den zahlreichen Skandalen nicht zum Besten. Wie stark sich dies in der Abstimmung über die Erweiterung niederschlagen wird, ist offen. Proteststimmen gibt es vor allem bei der SP (die HSG sei nach wie vor «eine Kaderschmiede des Neoliberalismus») und der SVP («wegen des ganzen Schlamassels»); der Raumbedarf wird von beiden Parteien nicht in Frage gestellt. Offiziell hat sich bislang keine Opposition gegen die Vorlage formiert.

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