Hotelturm beschäftigt Olma weiter

Die Olma Messen verzeichneten 2012 das zweitbeste Jahresergebnis in der Geschichte des Unternehmens. Eine Herausforderung bleibt das Konferenzgebäude CC6.

Lara Wüest
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Das Konferenzgebäude wird möglicherweise nie gebaut. (Bild: pd)

Das Konferenzgebäude wird möglicherweise nie gebaut. (Bild: pd)

ST. GALLEN. Das Geschäftsergebnis der Genossenschaft Olma Messen im vergangenen Jahr kann sich sehen lassen – es ist das zweitbeste Resultat in der Geschichte des Unternehmens. Bei einem Umsatz von 29,7 Millionen resultierte ein Cashflow von 8,8 Millionen Franken. Der Umsatz liegt somit nur knapp hinter demjenigen vom Vorjahr, als ein Rekordwert von 30,5 Millionen Franken erzielt wurde. Die Nettoverschuldung reduzierte sich auf elf Millionen und der Gewinn vor Zinsen liegt bei 2,4 Millionen Franken.

«In einem Jahr ohne Musikfest und in Anbetracht des schwierigen marktwirtschaftlichen Umfelds ist dieses Ergebnis mehr als zufriedenstellend», sagte Thomas Scheitlin, St. Galler Stadtpräsident und Präsident des Verwaltungsrates der Olma Messen, an der gestrigen Jahresbilanz Medienkonferenz. Zu den Höhepunkten hätten etwa der Braunvieh-Anlass Bruna, der Energiekongress oder der Kongress Europäischer Wirtschaftsuniversitäten Cems gezählt. Insgesamt fanden 114 Veranstaltungen mit 3500 Ausstellern statt – Besucher waren es 769 388.

Nichts Neues im Fall CC6

«Der tiefe Verschuldungsgrad ist eine gute Voraussetzung für künftige Investitionen», sagt Nicolo Paganini, Direktor der Olma Messen. In die Infrastruktur hätten sie 2012 nicht wie gewünscht investieren können. Geplant war etwa der Bau eines neuen Konferenzgebäudes samt Hotel (CC6) auf dem Olma-Areal. Dieses hätte bei der Unterbringung der Gäste am Brustkrebskongress gute Dienste geleistet.

Dagegen haben drei Parteien Rekurse eingelegt. Diese hat das St. Galler Baudepartement im vergangenen Sommer gutgeheissen. Die Gründe: Befangenheit von Thomas Scheitlin durch seine Doppelrolle als Stadtpräsident und Verwaltungsratspräsident, Mängel bei der Erschliessung der Anlage und schlecht gewählter Standort. Bei der Zonenkonformität, ein weiterer umstrittener Punkt, hat das Baudepartement zugunsten der Genossenschaft entschieden. Daraufhin haben die Olma Messen zusammen mit der Stadt St. Gallen den Entscheid vor das Verwaltungsgericht weitergezogen. Das Urteil wird für den kommenden Mai erwartet. «Diesbezüglich ist also alles beim alten», sagte der Olma-Direktor. Die Gestaltungspläne seien nach wie vor nicht rechtskräftig. Für den Fall, dass das Verwaltungsgericht die Rekurse nicht schützen sollte, arbeiten die Olma Messen weiter «an der Optimierung des Gestaltungsplans», wie sich Paganini ausdrückte. «Das primäre Ziel ist vorerst aber, den weiteren Aufwand im Zusammenhang mit dem CC6 möglichst auf Null zu halten.» Paganini geht davon aus, dass die Rekurrenten einen solchen Entscheid weiter vor Bundesgericht ziehen würden. Ob dies die Olma Messen umgekehrt ebenfalls tun würden, sei weiterhin offen, sagte Paganini.

Neuer Demenzkongress

Neben dem Konferenzgebäude beschäftigen die Olma Messen im laufenden Jahr noch zahlreiche weitere Projekte. Die Pferdemesse Offa feiert ihr 30 jähriges Bestehen, auf dem gesamten Areal wird eine neue LED-Beleuchtung installiert, an diversen Eingängen sollen die bisherigen Türen durch elektrische Schiebetüren ersetzt werden und noch einiges mehr.

16 Messen stehen auf dem Programm. «Ein besonderes Ereignis ist zudem der erste St. Galler Demenzkongress», sagt Nicolo Paganini. «Wir freuen uns aber auch auf den Gastkanton Solothurn an der 71. Olma.» Neu stellen die Olma Messen zudem die Dächer der Hallen 2 und 3 für Photovoltaikanlagen zur Verfügung. Dort will die Solargenossenschaft St. Gallen bis Ende Mai 2300 Quadratmeter Solarstrom-Module installieren, um Strom für 90 Endabnehmer zu produzieren. Auch die Olma Messen wollen künftig einen Teil dieses Stromes nutzen.

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