Hopp Martin

Übrigens

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«Guten Morgen, Herr Regierungsrat.» «Danke, Frau Regierungsrätin.» «Schönen Abend, Herr Regierungsrat.» Das war einmal. Der «Herr Regierungsrat» ist passé. So wie der «Herr Doktor», der «Herr Professor» und die «Frau Stadträtin». Heute wünschen wir Herrn Mächler einen guten Tag, bedanken uns bei Frau Hanselmann und wünschen Herrn Damann einen gemütlichen Abend. Und Martin eine gute Reise nach Paris oder einen schönen Konzertabend in St. Moritz. Ja, einfach Martin.

Martin, mit vollem Namen Martin Klöti, St. Galler Kultur-, Sozial- und Gesellschaftsminister, ist kein Regierungsrat, der sich hinter den Mauern der Pfalz verkriecht. Er liebt den Auftritt und das Volk. Er bewegt sich an erstklassigen Premieren und in Sozialen Medien. Er spricht geschliffen und geschult. Und er ist begeisterungsfähig.

Das hat sich diese Woche einmal mehr gezeigt. Der Regierungspräsident war Gast an der Rhema, der Rheintaler Messe. Und Klöti liess sich dort derart vom Gemeinschaftsgefühl im Rheintal anstecken, dass er an der Eröffnung der Messe pauschal allen das Du anbot. «Hopp mitenand, i bi dä Martin!» Seit Urzeiten gilt «Ohne Rheintal keine Schweiz». Damit ist Klöti nun für über acht Millionen Schweizerinnen und Schweizer «dä Martin». Ein wahrer Landesvater. Bruder Klaus und Willi Tell würden vor Neid erblassen. Aber die waren eben auch nie an der Rhema. Dort sagen sich im Festrausch alle Du – und verwünschen sich am anderen Morgen, wenn sie vom grauen Alltag nüchtern zurückgeduzt werden. (rw)