«Hoi metanand» an der Olma 2016

Rund eine Million Franken wird Liechtenstein als Ehrengast der Olma 2016 ausgeben. Die Finanzierung ist gesichert. Nun sollen die gesammelten Ideen für einen begeisternden Auftritt im kommenden Jahr umgesetzt werden.

Günther Meier
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Olma-Eröffnung 1993 – damals noch mit dem St. Galler Stadtpräsidenten Heinz Christen, Fürst Hans-Adam II. und Bundesrat Jean-Pascal Delamuraz. (Bild: Tagblattarchiv)

Olma-Eröffnung 1993 – damals noch mit dem St. Galler Stadtpräsidenten Heinz Christen, Fürst Hans-Adam II. und Bundesrat Jean-Pascal Delamuraz. (Bild: Tagblattarchiv)

VADUZ. Nach der Absage Liechtensteins für einen Auftritt am Zürcher Sechseläuten, der mit finanziellen Erwägungen im Zuge der Sanierung des Staatshaushalts begründet wurde, geriet die Olma-Teilnahme im vergangenen Jahr zu einer Art Zitterpartie. Doch das Parlament, das die Sechseläuten-Teilnahme versenkt hatte, machte in der letzten Sitzung 2014 alles klar: 20 der 25 Abgeordneten votierten für die Annahme der Olma-Einladung.

Die Regierung hatte es dem Parlament leicht gemacht, denn ins Finanzboot wurden die elf Gemeinden geholt, die einen Drittel der budgetierten Kosten übernahmen. Ausserdem stockten die Wirtschaftsverbände ihren Beitrag nochmals auf, so dass dem Land Liechtenstein noch knapp eine halbe Million verblieb.

Nähe zur Ostschweiz betonen

Regierungsrätin Marlies Amann-Marxer stellte gestern die Grundzüge des Liechtenstein-Auftritts an der Olma 2016 vor, der unter dem Motto «Hoi metanand» stehen wird. Die Nachbarn sollen mit dem in Liechtenstein üblichen Spruch begrüsst werden. «Ziel des Liechtenstein-Auftritts ist, sich als vielseitiges, modernes Land, als attraktiver Wirtschaftsstandort und als verlässlicher Partner zu präsentieren», betonte die Regierungsrätin.

Die Regierung und Liechtenstein Marketing haben sich viel vorgenommen, um «ein starkes Zeichen der engen Verbundenheit mit der Schweiz und St. Gallen» zu setzen. Das «Hoi metanand»-Motto soll Sympathie für den Nachbarn Liechtenstein wecken und die Nähe des Fürstentums zur Ostschweiz symbolisieren. Die vielfältige Nähe im geographischen, kulturellen und wirtschaftlichen Sinne werde im gesamten Auftritt Liechtensteins spürbar und erlebbar sein, stellte Ernst Risch, Leiter von Liechtenstein Marketing in Aussicht.

Als Herzstück des Auftritts bezeichnete Risch die Liechtenstein-Sonderschau, die aber nicht zur Leistungsschau verkommen, sondern versuchen soll, die Besucher mit sympathischen Erlebnissen und Begegnungen für das Nachbarland zu gewinnen.

Obwohl Liechtenstein kein Agrarland mehr ist, sind die Organisatoren bestrebt, auch die Tierschau möglichst attraktiv zu beschicken, um die Leistungsfähigkeit und die Besonderheiten der liechtensteinischen Tierzucht aufzuzeigen.

Als Höhepunkt des Olma-Auftritts bezeichnete Regierungsrätin Amann-Marxer den Liechtenstein-Tag am 15. Oktober 2016. Fabian Reuteler, Event-Bereichsleiter bei Liechtenstein Marketing, kündigte für den Umzug durch die St. Galler Innenstadt und den Festakt in der Olma-Arena rund 1000 Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner als Teilnehmer an. Zusammen mit Vereinen und Organisationen werde in nächster Zeit dafür ein Detailkonzept erstellt, damit laut Reuteler «jeder Besucher sein persönliches Liechtenstein-Erlebnis» haben könne. Voraussetzung für den angestrebten Erfolg sei allerdings, zuerst noch bei den Liechtensteinerinnen und Liechtensteinern eine gewisse Begeisterung zu entfachen.

Wirtschaft hinter Olma-Projekt

Die von Regierungsrätin Amann-Marxer erwähnte Verbundenheit mit St. Gallen möchten auch die Wirtschaftsverbände mit ihrem Engagement unterstreichen. «Wir unterstützen das Projekt Olma, weil wir aufzeigen wollen, dass das Gewerbe generell eine sehr enge wirtschaftliche Verbindung zum Kanton St. Gallen hat», verlautete aus der Wirtschaftskammer. Die Industrie- und Handelskammer glaubt daran, mit einer Darstellung der Gemeinsamkeiten und der gegenseitigen Anknüpfungspunkte die guten nachbarschaftlichen Beziehungen weiter stärken zu können.

Ähnlich tönt es aus dem Bankenverband, der die Olma-Teilnahme als Ausdruck einer langjährigen, speziellen Verbundenheit zwischen den Nachbarn betrachtet. Die Vereinigung Bäuerlicher Organisationen schliesslich, unter deren Federführung die Tierschau organisiert wird, möchte das Bewusstsein in der Bevölkerung für die zahlreichen Leistungen der Landwirtschaft stärken, die vielen im täglichen Leben fremd geworden seien.

Sympathie als roter Faden

Das Anliegen, sich möglichst sympathisch bei den Nachbarn in Erinnerung zu rufen, zieht sich wie ein roter Faden durch die geplante Präsentation an der Olma 2016. Schon bei der Beschlussfassung über den Kredit im vergangenen Dezember wurde dieses Anliegen in den Mittelpunkt gestellt.

Gute Beziehungen zum Nachbarkanton bildeten eine positive Basis für Kooperationen und zukünftige Verhandlungen, war mit Blick auf das bevorstehende Seilziehen über das Doppelbesteuerungsabkommen zu vernehmen. Diese im Parlament gehegten Hoffnungen haben sich zumindest bei der Quellensteuer, die Liechtenstein von den Zupendlern aus der Schweiz erheben wollte, nicht erfüllt.