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Die Pizolbahnen wollen in die Gewinnzone fahren

Die Finanzspritze vom Kanton St. Gallen und von sechs Sarganserländer Gemeinden gab Mut: Nun wollen die Pizolbahnen neue Geschäftsfelder erschliessen, um das Unternehmen langfristig zu sanieren.
Christoph Zweili
Entscheidend für den Gesamtertrag am Pizol ist der Winterumsatz. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY)

Entscheidend für den Gesamtertrag am Pizol ist der Winterumsatz. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY)

Der Online-Vorverkauf der Tageskarten für die Wintersaison 2018/19 lief gut im Frühling, der Umsatz aus dem Hitzesommer sprengt sämtliche Rekorde und die erste Finanzspritze von 940 000 Franken vom Kanton St. Gallen und sechs Sarganserländer Gemeinden gibt in diesem Jahr zusätzliche Sicherheit. «Unser Ziel muss sein, das strukturelle Defizit so stark wie möglich zu reduzieren. Ganz wird uns das aber wahrscheinlich nicht gelingen», sagt Markus Oppliger, Verwaltungsratspräsident der Pizolbahnen.

Immerhin: Die Bahn ist wieder liquid. Das war nicht immer so. Der Hilferuf der Pizolbahnen vor einem Jahr hatte breite Kreise bewegt. Die komplizierte Struktur mit den zwei Zubringern, schneearme Winter und der starke Franken hatten der Bergbahn zugesetzt. Sie schrieb rote Zahlen und hatte Probleme, einzelne Darlehen fristgerecht zu amortisieren. Stark ins Gewicht fielen die Abschreibungen für die neue 6er-Sesselbahn und die Beschneiungsanlagen. Unter dem Strich resultierte ein strukturelles Defizit von jährlich 850000 Franken: Es drohte die Zahlungsunfähigkeit. «Wir sind arg geschüttelt und kritisiert worden», sagt Oppliger heute.

Der Hilferuf wurde gehört. In der Region spielte die Solidarität mit dem stark verwurzelten Unternehmen: Bis 2020 steuert der Kanton 900000 Franken aus dem Topf der Neuen Regionalpolitik bei, die Gemeinden Bad Ragaz, Mels, Sargans, Vilters-Wangs, Wartau und Pfäfers zahlen in den Jahren bis 2023 noch einmal rund 3,2 Millionen Franken, um das öffentliche Interesse abzugelten. «Diese Identifikation mit der Bahn gibt uns Auftrieb», sagt Oppliger.

Mehr Wertschöpfung am Berg generieren

Nun wolle man neue Geschäftsfelder erschliessen, um die Wertschöpfung am Berg zu steigern. Ein Schritt ist bereits gemacht: Die Pizolbahnen haben das Pano­ramarestaurant Edelweiss (vorher Aurea) auf Pardiel gekauft und betreiben es seit Samstag auf eigene Rechnung. «Damit wollen wir zusätzlich Cashflow generieren», sagt Oppliger. Er sieht in der Gastronomie am Berg noch weiteres Potenzial. 12 Restaurants und Berghütten gibt es am Pizol – «zurzeit stehen einige Häuser zum Verkauf. Für uns ist wichtig, dass das Angebot nicht reduziert wird und es möglichst viele warme Betten am Berg hat». Langfristig wollen die Pizolbahnen einen möglichst grossen Teil der Gastronomie am Berg selber betreiben, «aber dafür fehlen uns die Mittel».

Diese Wertschöpfung aus einer Hand wäre laut dem Verwaltungsratspräsidenten auch im Bereich der Vermietung und Verleihung von Skiausrüstungen denkbar, bei der heute privat geführten Skischule und im Outdoor- und Adventurebereich. Die Ideen sind da, aber es hapert noch immer bei den Finanzen. «Die Pizolbahnen sind zwar gerettet, noch sind sie allerdings nicht saniert», hatte Oppliger kürzlich an der Generalversammlung gesagt. «Erst wenn wir nachhaltig alle Ersatzinvestitionen aus eigener Kraft tätigen können, sind wir über den Berg.»

Ein Supersommer macht noch keinen Winter

Obwohl die Pizolbahnen das Geschäftsjahr 2017/18 mit einem Verkehrsertrag von 6,8 Millionen Franken inklusive dem zweitbesten je erzielten Sommerumsatz nach einem schneereichen Winter abgeschlossen haben, resultiert noch immer ein Verlust von gut 400000 Franken. Wie kommt das? Oppliger wertet das Resultat positiv: «Wir haben im Rahmen des strukturellen Defizits besser gearbeitet.» In einem schneereichen Winter seien eben auch die Auslagen für Unterhalt, Pistenpräparation, Treibstoff und Lawinensicherungen hoch.

Ein Supersommer wie in diesem Jahr sei zwar wichtig, aber er mache nur einen Viertel des Gesamtertrages aus. 2017 hatte der Umsatz in den Sommermonaten bei 1,6 Millionen Franken gelegen, dieses Jahr rechnet der Verwaltungsratspräsident mit rund 2,15 Millionen Franken. Entscheidender sei allerdings der Winter. «Verläuft er ähnlich wie vor einem Jahr, werden wir in die Gewinnzone rutschen. Und das ohne Finanzspritze.»

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