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Hans Munz hat genug: Der Hochschulratspräsident der PH Thurgau verzichtet auf eine Wiederwahl

Der Präsident der Pädagogischen Hochschule Thurgau, Hans Munz, tritt im kommenden Jahr nicht mehr zur Wahl an. Die grosse Belastung und das Alter seien der Grund dafür.
Silvan Meile
Hans Munz und PHTG-Rektorin Priska Sieber an einer Sitzung des Grossen Rates des Kantons Thurgau. (Bild: Reto Martin/19. Juni 2019)

Hans Munz und PHTG-Rektorin Priska Sieber an einer Sitzung des Grossen Rates des Kantons Thurgau. (Bild: Reto Martin/19. Juni 2019)

Die Belastung sei seit seinem Amtsantritt als Hochschulratspräsident im Jahr 2014 grösser und grösser geworden. Munz nennt den Abstimmungskampf für den 27-Millionen-Erweiterungsbau der Pädagogischen Hochschule Thurgau (PH) im Jahr 2017. Aber auch die Turbulenzen, die aufgrund der Freistellung des Prorektors Matthias Begemann im vergangenen November Unruhe auslösten, seien «ein Teil der grossen Belastung», gibt Munz zu.

Jetzt zieht er einen Schlussstrich: Für die nächste Legislatur ab Juni 2020 stellt sich der Amriswiler Rechtsanwalt nicht mehr zur Wiederwahl als Hochschulpräsident. Dann werde er im 65. Altersjahr stehen. Das sei ein Zeitpunkt, um kürzerzutreten und dieses Mandat abzugeben.

«Niemand ist unfehlbar»

Würde er mit Blick auf die Unruhen an der PH im Nachhinein etwas anders machen? «Niemand ist unfehlbar», sagt Munz. Mehr wolle er dazu aber nicht sagen, dem Hochschulrat und der GFK nicht vorgreifen. Die Finanz- und Geschäftsprüfungskommission des Grossen Rates (GFK) hat eine Untersuchung zur damaligen Freistellung des Pro-Rektors eingeleitet. Ein Bericht sollte im Laufe des Jahres veröffentlicht werden.

Die Entlassung führte zu Mehrausgaben

Die Mehrbelastung aufgrund der umstrittenen Freistellung des Prorektors lässt sich auch in den Büchern der PH ablesen. 2017 hatte der Hochschulrat inklusive Sitzungsgelder der Hochschulräte sowie dem 20-Prozent-Pensum des Präsidenten noch einen jährlichen Personalaufwand von rund 57 000 Franken. 2018 – im Jahr Begemanns Freistellung – stiegen diese Ausgaben auf 87 000 Franken an.

Das ist gemäss Erziehungsdirektorin Monika Knill auf «eine einmalige Zusatzabgeltung und höhere Aufwände» aufgrund einer grösseren Anzahl Termine und Sitzungen zurückzuführen. Obwohl auch im laufenden Jahr die Beanspruchungen des Hochschulrates erhöht seien, sind ihr bis dato für 2019 aber keine Zusatzaufwände bekannt, sagt Knill.

Genügend Zeit für Nachfolge

Für die Regierungsrätin, die selber Einsitz im Hochschulrat der PH hat, kommt der Verzicht von Hans Munz nicht überraschend.

«Der Regierungsrat hat schon länger Kenntnis davon.»

Somit habe sich auch nie die Frage gestellt, ob eine Wiederwahl zu begrüssen gewesen wäre. Mit dieser Bekanntgabe habe nun der Regierungsrat, der sämtliche Mitglieder des Hochschulrats wählt, noch genügend Zeit, eine Nachfolge zu suchen. Die notwendigen Schritte werden nun einleitet, sagt Knill.

Noch sei offen, ob sich alle anderen sieben Hochschulräte für die Legislatur 2020-2024 wieder zur Wahl stellen werden. «Das dürfte analog anderer Gremien gegen Ende Jahr dem Regierungsrat bekannt gemacht werden.»

Unmut in der PH-Belegschaft

Der PH-Hochschulrat geriet im vergangenen November in die Kritik. Er stellte den langjährigen Vize-Rektor Matthias Begemann per sofort frei. Dieser Schritt wurde mit «grundlegenden Meinungsverschiedenheiten» über die Führung der Bildungsinstitution begründet. Bei grossen Teilen der PH-Belegschaft sorgte das für Unmut.

Das Vertrauen in den Hochschulrat und seinen Präsidenten ist seither gestört. Es wurde deshalb der Ruf nach einer unabhängigen Untersuchung dieses Personalentscheids laut. Der Regierungsrat intensivierte später seine Aufsichtsfunktion und sprach von «strukturellen und personellen Problemen», die zu dieser Situation führten. Schliesslich leitete die GFK eine Untersuchung ein.

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