HITZEWELLE: Ostschweiz auf dem Grill

Die hohen Temperaturen in der Region sollen noch bis zum Wochenende anhalten. Besonders heiss ist es schon jetzt im Rheintal.

Laura Widmer
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Laura Widmer

laura.widmer@tagblatt.ch

Die Ostschweiz leidet unter der Hitze. In den kommenden Tagen rechnet man mit Höchstwerten bis 35 Grad. Auch eine hohe Luftfeuchtigkeit ist zu erwarten. Das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie hat deshalb eine Hitzewarnung der zweithöchsten Stufe 3 ausgegeben. Dies geschieht, wenn eine Hitzewelle mindestens drei Tage anhält.

Besonders warm ist es im Rheintal. Am Mittwoch wurden bis 32 Grad gemessen. Ebenfalls Temperaturen über 30 Grad verzeichnete die Messstation in Bischofszell, welche auf 470 Metern über Meer liegt. Das sind jedoch noch keine Rekorde. Heisseste Temperaturen werden meistens mit Föhnwinden erreicht. Bei der jetzigen West- bis Nordwestlage des Windes ist es unwahrscheinlich, dass diese Werte in den kommenden Tagen übertroffen werden.

Für Abkühlung in die Berge

Laut Aussage von Meteo­schweiz sind Temperaturen vor allem von der Höhenlage abhängig. In den Tälern ist es wärmer als im Gebirge. Ausserdem ist das Luftvolumen in Tälern kleiner, weshalb es sich schnell erhitzt. Wer Abkühlung braucht, muss also hoch hinaus. Schafft man es bis auf den Säntis, wird man mit erfrischenden Temperaturen um die 13 Grad belohnt. Auch in der Stadt St. Gallen, deren Messstation auf 776 Metern über Meer liegt, ist es jeweils 2 bis 3 Grad kälter als in tieferen Regionen. Eine dichte Bebauung und Abwärme durch Gebäude können die Durchschnittstemperatur zwar erhöhen, jedoch nur um etwa 1 Grad. Dafür bleibt es in der Nacht warm. Bis zu 7 Grad Temperaturunterschied zum Umland sind möglich, weil die gespeicherte Wärme langsamer abgegeben wird.

Gemessen werden die Temperaturen in der Ostschweiz von zehn Messstationen. Alle zehn Minuten liefern sie aktuelle Daten zu Wetter und Klima. Sie sind so verteilt, dass sie auch für das topografisch sehr unterschiedliche Gebiet in der Region repräsentative Daten liefern können. Die Stationen sind im Schatten und auf Wiesen platziert. So wird vermieden, dass durch direkte Sonneneinstrahlung oder Abstrahlung von Bodenwärme die Ergebnisse verfälscht werden.

Auswirkungen auf die Gesundheit hat Hitze vor allem bei älteren Menschen und Kleinkinder, warnt das Bundesamt. Sie sollen viel trinken und sich nicht der prallen Sonne aussetzen.