Hitzetod: Behörden fordern zu Respekt auf

Für die Tessiner Staatsanwaltschaft gilt der Hitzetod des fünfjährigen Mädchens aus dem Thurgau als Unglücksfall. Die vierfache Mutter hatte es am frühen Dienstagabend auf einem Campingplatz zwischen Lugano und Muzzano in der Bruthitze im Familienauto vergessen.

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Für die Tessiner Staatsanwaltschaft gilt der Hitzetod des fünfjährigen Mädchens aus dem Thurgau als Unglücksfall. Die vierfache Mutter hatte es am frühen Dienstagabend auf einem Campingplatz zwischen Lugano und Muzzano in der Bruthitze im Familienauto vergessen. Laut Medienberichten soll die Mutter erst dreieinhalb Stunden nach dem Abstellen des Autos das Fehlen ihres jüngsten Kindes bemerkt haben – als ihre anderen Töchter sie darauf hinwiesen.

Untersuchungen laufen weiter

Weil die 40jährige Frau sowie die älteste, 15jährige Tochter einen Schock erlitten und ins Spital gebracht werden mussten, konnten sie erst am Donnerstag vernommen werden. Die Staatsanwaltschaft geht von fahrlässiger Tötung aufgrund von Nachlässigkeit aus (Ausgabe vom Freitag). Einen Haftgrund sieht sie nicht, es gebe keine Hinweise auf eine absichtliche Tat. Die gerichtsmedizinischen und polizeilichen Untersuchungen sind weiterhin im Gange. Mit grosser Sicherheit wird davon ausgegangen, dass das Mädchen wegen der hohen Temperaturen im Auto gestorben sei.

Ruhe, um trauern zu können

Nun sei es erforderlich, «Spekulationen zu vermeiden» und dem Opfer sowie seiner Familie mit Respekt zu begegnen, forderte gestern der Sprecher der Tessiner Staatsanwaltschaft, Saverio Snider. Die Familie brauche nun Ruhe, um trauern zu können. Das fordern auch die psychologischen Betreuer.

Der Vater und die drei Schwestern des Opfers seien mittlerweile an ihren Wohnort im Kanton Thurgau zurückgekehrt, sagte Nadine Maetzler vom Care Team Ticino. (sda/cz)