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Frauen und Männer stemmen am Strongman in Abtwil metallene Baumstämme

Die Schweizer Meisterschaft der Strongman-Athleten ist am Samstag in die zweite Runde gegangen. Starke Frauen und Männer haben sich in Abtwil an Gewichten versucht und Lastwagen gezogen.
Dominik Bärlocher

Dies ist ein Artikel der "Ostschweiz am Sonntag". Die ganze Ausgabe lesen Sie hier.

Sarah Mentzen zum Log Lift: «Da siehst du nichts.» (Bild: Benjamin Manser)

Sarah Mentzen zum Log Lift: «Da siehst du nichts.» (Bild: Benjamin Manser)

Das Magnesium an den Händen, den Schweiss auf der Stirn, mit einem einzigen Ziel: der oder die Stärkste im Land zu werden. Die 37 Frauen und Männer, die gestern an der zweiten Runde der Schweizer Meisterschaft der Strongman-Athleten im Crossfit Abtwil bei St. Gallen gegeneinander angetreten sind, schenken sich trotz aller Kameradschaft nichts. Sie ziehen bis zu 280 Kilogramm, tragen 300 Kilogramm und heben bis zu 125 Kilogramm über den Kopf. Die grösste Herausforderung folgt am Ende: Sie müssen einen Lastwagen über 20 Meter ziehen.

«Ich wollte blau machen, Krankheit vortäuschen»

Als erstes geht es aber an den sogenannten Log. Das metallene Gewicht ist einem Baumstamm nachempfunden. Es gilt «Last Man Standing»: Wer das Gewicht nicht vom Boden auf die Knie, von da auf die Brust und dann über den Kopf stösst, scheidet aus. Nach jeder Runde wird das Gewicht erhöht.

Sportler bei der Kategorie «Log Lifting» am Strongman. (Bild: Benjamin Manser)

Sportler bei der Kategorie «Log Lifting» am Strongman. (Bild: Benjamin Manser)

Sportler bei der Kategorie «Log Lifting» am Strongman. (Bild: Benjamin Manser)

Sportler bei der Kategorie «Log Lifting» am Strongman. (Bild: Benjamin Manser)

Sportler bei der Kategorie «Log Lifting» am Strongman. (Bild: Benjamin Manser)
Sportler bei der Kategorie «Log Lifting» am Strongman. (Bild: Benjamin Manser)

Sportler bei der Kategorie «Log Lifting» am Strongman. (Bild: Benjamin Manser)

Sportler bei der Kategorie «Log Lifting» am Strongman. (Bild: Benjamin Manser)

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Strongman in Abtwil

Hier sind jene Athleten im Vorteil, die auf rohe Kraft setzen können. Solche wie Marc Saxer. Der 41-Jährige zeigt sich vor dem Start etwas besorgt. «Ich wollte erst blau machen und eine Krankheit vortäuschen.» Doch an seinem ersten Wettkampf will er nicht kneifen. Schliesslich scheidet er beim Log in der Kategorie Newcomer über 105 Kilogramm Körpergewicht als erster aus.

Nebst Saxer und 24 weiteren Männern treten zwölf Frauen in zwei Kategorien an. In den vergangenen Jahren hat die Anzahl Frauen an den Wettkämpfen der Strongmen zugenommen. Viele sind über den Trendsport Crossfit eingestiegen, darunter Valeria Damann aus Gossau. «Ich quäle mich gern», sagt die ehemalige Leichtathletin. Sie brauche einfach etwas, bei dem sie den Kopf ausschalten kann.

«Lieben gelernt habe ich diesen Sport durch meinen Trainer Ramon Gysin», sagt Sarah Mentzen. Die 35-jährige Hamburgerin, die in Basel trainiert, hat nach Verletzungen von Crossfit auf den Strongman-Sport gewechselt. Zu Log Lifts sagt sie lapidar:

«Da siehst du nichts, wenn du das Gewicht vor dem Gesicht hast.»

Das sei die grösste Schwierigkeit. Dafür habe sie einen schönen Blick in den Himmel, fügt sie mit einem Lachen an.

Die Witzeleien unter den Athleten gehören dazu. Jeder, der hier antritt, weiss, wie anstrengend und nervenzehrend der Sport ist. Daher geben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Mühe, die Stimmung locker zu halten. Sie feuern sich gegenseitig an, sind stets mit Ratschlägen zur Stelle. «Putain, allez», rufen die Welschen. «Los», die Deutschschweizer. Schreiend antworten die Sportler.

Der Angstgegner wartet auf sechs Rädern

Dann steht die letzte Disziplin an, der Track Pull, das Lastwagenziehen. «Die Schwierigkeit dabei ist, dass du es nicht trainieren kannst», sagt Marc Saxer. Kaum einer hat im Trainingsalltag einen Lastwagen zur Hand. Zwar hat der Altstädter nach vier Disziplinen andere Sorgen: Hunger, Durst, Müdigkeit. Doch der Lastwagen, den die Athleten den ganzen Tag lang immer wieder beäugt, dann und wann auch daran gerüttelt haben, wartet.

Saxer sagt von sich selbst, er sei mehr der Kraftmensch und weniger der Techniker. Genau deshalb hat er die erste Disziplin, den Log Lift, verloren: Kraft alleine reicht im Strongman-Sport nicht. Gerade beim Truck Pull gilt es, die Schritte kurz zu halten und den Körper tief. So nutzen die Athleten die Bewegung und das Gewicht des Lastwagens aus, halten die Spannung auf dem Seil, das Sportler und Lastwagen verbindet.

Ein letztes Mal atmet der Gruppenletzte Saxer ein, dann zieht er das Seil an, hängt die letzte ihm verbleibende Kraft hinein. Er stemmt die Beine gegen den Boden, gegen den Lastwagen und gegen mehrere Tonnen Gewicht. Langsam, sehr langsam beginnen sich die Räder des Lastwagens zu drehen.

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