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Hilfe beim ersten Schritt: Wie die St.Galler Jugend via Instagram nach ihrem Schwarm sucht

Wer zu schüchtern ist, um jemanden anzusprechen, dem hilft der Instagram-Account «st.gallen.spotted» auf die Sprünge. Manchmal macht es sich die Generation Z aber auch zu leicht.
Linda Müntener
Die Generation Z flirtet gerne via Smartphone. (Bild: KEYSTONE/Gaetan Bally)

Die Generation Z flirtet gerne via Smartphone. (Bild: KEYSTONE/Gaetan Bally)

Den Jugendlichen von heute sagt man nach, sie hätten es verlernt, miteinander zu flirten. Reden, sich dabei tief in die Augen schauen und für einmal nicht auf die Smartphone-Bildschirme starren. Schöne Augen mache man sich nur noch via Emoji, kennenlernen gehe nur noch via Dating-App, so das Urteil der älteren Generationen.

Dabei war es mit der Liebe doch noch nie einfach. Auf seinen Schwarm zuzugehen, unwissend, ob er einen denn auch mag, brauchte schon anno 1975 in der Dorfdisco Mut. Glücklich, wer nach nach der Jahrtausendwende geboren worden ist. Dem hilft Social Media beim ersten Schritt auf die Sprünge. So auch der Instagram-Account «st.gallen.spotted».

«St.Gallen spotted» ist eine social Suchmaschine für alle, die sich in jemand Fremdes verguckt haben, aber zu schüchtern waren, um die Person anzusprechen. Einfach eine Nachricht mit der Beschreibung der Person an die Betreiber des Accounts schicken. Sofern diese fehlerfrei, nicht wertend und maximal sechs Zeilen lang ist, wird sie veröffentlicht. Anonym, versteht sich. Wer sich angesprochen fühlt oder glaubt, die beschriebene Person zu kennen, kommentiert.

Mit dem St.Galler Wappen im Logo mutet die Instagram-Seite zwar weniger wie ein Dating-Portal, sondern eher wie eine offizielle Seite des Kantons an, dennoch – oder vielleicht gerade deswegen – folgen ihr knapp 1500 Nutzer.

Die Jugendlichen beobachten genau

Wenn es der Jugend von heute an Flirtkenntnissen mangelt, ist die Beobachtungsgabe dafür umso ausgeprägter. Tag, Uhrzeit, Ort, Markennamen des Pullis, Markennamen der Hose, Frisur. Von solch detaillierten Erinnerungen kann die Kantonspolizei bei Zeugenaussagen nur träumen:

Wie um Himmels Willen soll man diesen Typen denn sonst wiederfinden? Oder jenen, der im Bus an einem vorbeifährt und lächelt? Oder die Dame, die just in dem Moment, als ihr Verehrer sie entdeckt, am Bahnhof Walenstadt aussteigt?

Zugegeben, manchmal machen es sich die liebeshungrigen Teens zu leicht. Wenn man schon weiss, dass der vermeintliche Traumprinz in der Pizzeria Gemelli in Rorschach arbeitet, könnte man auch einfach nochmals auf eine Margherita vorbei. Oder auf einen Vino, wenn das hilft:

Noch mehr Nachhilfe in Liebesdingen brauchen übrigens die Thurgauer. Dem Pendant aus dem Nachbarkanton folgen über 4000 Nutzer. Die Seite «st.gallen.spotted» wächst, postet regelmässig Beiträge, praktisch täglich kommen neue hinzu. In diesen Tagen, während der Olma, dürfte der Account mit Suchanfragen überflutet werden. Wenn auch nicht jede und jeder gefunden werden will.

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