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Experte zur VgT-Anzeige gegen Thurgauer Schafhalter: «Video könnte manipuliert sein»

Das Video, in dem der Halter der Schafe aus Herrenhof seine Tiere quälen soll, könnte manipuliert sein. Das ergibt eine Analyse des Bildmaterials durch einen Videospezialisten.
Sebastian Keller
Screenshot des Videos.

Screenshot des Videos.

Ein rund 13 Minuten langes Video soll beweisen, dass Landwirt A.Z.* aus Herrenhof seine Schafe quält. Dieser wehrte sich gegen die Vorwürfe. Er ist überzeugt, dass das Video bearbeitet wurde. «Hier werden Handlungen gezeigt, die niemals so schnell sein können», sagte er. Der Bauer bestreitet aber nicht, auf dem Video zu sehen zu sein.

Wir haben einen Videospezialisten gebeten, die Aufnahmen zu analysieren. Sein Fazit: «Es gibt Hinweise, dass das Video manipuliert wurde.» Dafür führt er mehrere Gründe an. So beinhalte das Video mehrere Schnitte. Auf der Aufnahme würden zudem die Bewegungen der Tiere viel zu nervös wirken und sie sich zu schnell bewegen. «Klar ist auch, dass dadurch die Bewegung der Person auf dem Film deutlich rauer und schneller erscheinen.» Der Spezialist hat deshalb die Wiedergaberate der Bilder verlangsamt. «Dadurch wirkt das Video näher an der Realität», sagt er. Der Effekt: Die Tätigkeit der Person im Film würden insgesamt ruhiger wirken. Ob es sich dabei um Gewalt an den Schafen handelt, will und kann der Spezialist aber nicht beurteilen. Das sei Sache der Behörden.

Auch die Tonspur fehlt

Ein weiteres Indiz für die Manipulation der Datei sei die Tonspur. «Diese wurde offensichtlich entfernt», sagt der Videospezialist. Denn: Würde man beim Videoschnitt die Bilder anpassen – beschleunigen etwa – passt der Ton nicht mehr zu den Bildern. Zur Illustration dieses Sachverhaltes sagt er: «Beschleunigt man die Tonspur ebenfalls, tönt es, wie wenn man früher eine Kassette beschleunigt laufen liess.» Das Fehlen der Tonspur sei ein weiteres Indiz für eine mögliche Manipulation.

Um eine tatsächliche Manipulation zu beweisen, müsste allerdings die Originaldatei analysiert werden. Ebenso müsste festgestellt werden, wo und wie die Bilder aufgenommen wurden. Aufgrund der Farbverzerrung ist es gemäss dem Videospezialisten denkbar, dass eine Spiegelreflex-Kamera mit schlechtem Zoom-Objektiv oder ein leistungsfähiges Smartphone in Frage kommen.

Behörden prüfen Echtheit des Videos

Mit den Fragen einer möglichen Manipulation beschäftigen sich die Behörden. Wie ein Vertreter der Staatsanwaltschaft am Dienstag sagte, müsse geprüft werden, ob die Aufnahmen echt sind und woher sie stammen. Am Mittwoch teilte der Kanton Thurgau mit, dass die Art und Weise, wie der Verein gegen Tierfbariken (VgT) die Anzeige öffentlich gemacht habe, grundsätzlich nicht im Sinne der angelaufenen Untersuchung und der Strafverfolgungsbehörden sei. «Die Veröffentlichung einer Anzeige nur wenige Stunden nach Anzeigeerstattung erschwert eine Beweissicherung in jeglicher Hinsicht.»

Am Dienstag hat das kantonale Veterinäramt im Begleitung der Staatsanwaltschaft und der Kantonspolizei eine unangemeldete Kontrolle beim Bauern durchgeführt. Das Resultat: Es konnten keine Missstände festgestellt werden. Der Bauer habe offen informiert, bereitwillig Zutritt gewährt und sich kooperativ gezeigt. Die Forderungen des VgT nach einem sofortigem Totaltierhalteverbot und einer Beschlagnahmung der Tiere sei in Nachachtung der Kontrollergebnisse nicht gerechtfertigt, schreibt der Kanton in der Mitteilung vom Mittwoch.

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