Herr Brauchle mischt den Wahlkampf auf

Hanspeter Brauchle sitzt auf über 200 Katzensuchplakaten. Unbrauchbaren, leider. In der Aufregung hat er vergessen, seine Adresse auf das Plakat zu schreiben. Und auch das Bild ist eine Katastrophe. Kater Juri ist darauf kaum zu erkennen. Ein alltägliches Minidebakel, das typisch ist für Brauchle.

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Hanspeter Brauchle sitzt auf über 200 Katzensuchplakaten. Unbrauchbaren, leider. In der Aufregung hat er vergessen, seine Adresse auf das Plakat zu schreiben. Und auch das Bild ist eine Katastrophe. Kater Juri ist darauf kaum zu erkennen. Ein alltägliches Minidebakel, das typisch ist für Brauchle.

Chronischer Langsamdenker

Hanspeter Brauchle ist eine der populärsten Figuren des St. Galler Kabarettisten Joachim Rittmeyer. Der hoffnungslose Pedant ist laut Rittmeyer ein «chronisch ausgelieferter Langsamdenker», einer, der schon an einer Tiefkühltruhe scheitern kann (wie in der Nummer mit der Cassis-Glace). Einer, der wegen eines profanen Trennstabs an der Kasse ins Philosophieren gerät.

Dass Brauchle sich auch für Politik interessiert, war bis jetzt weniger bekannt. Seit kurzem kursiert unter dem Stichwort «Katzensuchplakätli» ein Video auf YouTube, in dem sich Brauchle als Wähler outet. Er wolle nun auch mal «einen Beitrag leisten», so seine Begründung – Wahlkampf mit verschwundenem Kater sozusagen.

«Mülleimer» wird «Müller»

Mit beeindruckender Trägheit arbeitet sich Brauchle durch sein Plakätli, klebt ein neues Bild drauf, streicht hier, lässt dort etwas stehen. So wird der Kater zu Paul Rechsteiner und der «Mülleimer» zum «Müller». Brauchle widmet sich auch dem Offensichtlichsten mit aller Ernsthaftigkeit, etwa der Tatsache, dass Rechsteiner kein Flohhalsband trägt und nicht kastriert ist. Es wird gemunkelt, sogar die SVP habe ein wenig Freude an diesem Katzen-Kammerspiel. (ar)