Herisauer Kinderfest: Zwergenparty und Generationentreff

Das traditionelle Fest findet bei grösstenteils optimalen Bedingungen statt und ist auch sonst ein voller Erfolg. Nadja Rechsteiner, Leiterin der Kinderfestkommission, ist vor allem mit der neuen Umzugsroute zufrieden.

Philipp Wolf
Drucken
Teilen
(Bild: Philipp Wolf)
43 Bilder
(Bild: Philipp Wolf)
(Bild: Philipp Wolf)
(Bild: Philipp Wolf)
(Bild: Philipp Wolf)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)
(Bild: Alessia Pagani)

(Bild: Philipp Wolf)

Um Punkt fünf Uhr erklingt der ersehnte Kanonenschuss vom Nieschberg, der das Herisauer Kinderfest 2019 ankündigt. Zwei Stunden später marschierten die Kinderfesttambouren freudig durch die Gassen und sorgten dafür, dass alle wissen, was heute für ein Tag ist. Auch Petrus scheint sich auf das Kinderfest gefreut zu haben, strahlt die Sonne doch bereits früh morgens vom stahlblauen Himmel.

Nadja Rechsteiner, Leiterin der Kinderfestkommission, sagt am Nachmittag:

«Es war eine mutige Entscheidung, das Fest heute durchzuführen. Doch das Risiko hat sich ausbezahlt.»

Als sich die Kinder später beim Alten Zeughaus versammeln, ist es bereits über 20 Grad warm. Jungen und Mädchen belagern den Brunnen, tauchen ihre Gesichter ins kühle Nass oder füllen ihre Mützen mit Wasser, um dem Kopf eine kleine Dusche zu gönnen.

Umzug auf neuer Route ein voller Erfolg

Kurz darauf, mit dem Böllerschuss um Punkt 11 Uhr, werden die Kinder in ihre Mittagsquartiere entlassen. Die Kinder, hungrig und voller Vorfreude auf den restlichen Tag, rennen dem Mittagessen entgegen. Rechsteiner sagt, das Thema Mittagsquartiere sei einer der Aspekte, der sich in der jüngsten Vergangenheit am meisten verändert habe. Sie sagt:

«Immer mehr Frauen arbeiten, und so stehen nicht mehr so viele Mittagstische zur Verfügung wie in vergangen Jahren.»

Gemäss Rechsteiner, leisten dafür immer mehr Firmen einen Beitrag zum Kinderfest, in dem sie beispielsweise zum Grillieren einladen. Als die Kinder verköstigt sind und sich langsam bereit machen für den Höhepunkt des Tages, zeigt das Thermometer bereits beinahe 25 Grad an. Entlang der neuen Umzugsroute sammeln sich Zuschauerinnen und Zuschauer und warten an einem möglichst schattigen Plätzchen auf die Kinder. Dann geht es los, der Umzug setzt sich in Gang.

Zu vorderst halten Oberstufenschüler das Kinderfestbanner hoch und gleich dahinter folgen alle Herisauer Kindergärtler – eine Heerschar von Zwergen. Die 23 Sujets, die am Umzug zu sehen sind, zeigen verschiedenste Interpretationen des Themas «Sagen und Märchen». Die Schaulustigen, welche entlang den engen Gassen stehen, machen Fotos und Videos. Rechsteiner sagt:

«Die neue Route hat sich definitiv bewährt.»

Sie führe nun mehrheitlich auf Nebenstrassen an den schönsten Stellen Herisaus vorbei. Die neue Strecke hatte auch praktische Vorteile für alle Zuschauerinnen und Zuschauer: Neu konnte sich das Publikum zwischen der Oberdorfstrasse und der Kasernenstrasse hin und her verschieben, um beispielsweise ein Sujet zweimal zu betrachten.

Bereits während des Umzugs ist den Kindern das heisse Wetter hie und da anzusehen. Als das Umzugsvolk schliesslich das Ebnet erreicht, legen sich erschöpfte Schülerinnen und Schüler in den Schatten oder gönnen sich ein wohlverdientes Glace. Auf dem Festgelände sind fast so viele Erwachsene wie Kinder anzutreffen. Das freut Rechsteiner besonders: «Das Kinderfest verbindet Generationen und zieht auch immer wieder Heimweh-Herisauer an. Alle Herisauer haben Erinnerungen daran.» So stehen am Kinderfest zwar die Jüngsten im Mittelpunkt, doch profitiert die ganze Stadt vom traditionsreichen Anlass.


Wegen des Regens wurde das Programm des Kinderfestes gegen 20 Uhr für rund eineinhalb Stunden unterbrochen. Anschliessend hoffen die Organisatoren das Fest weiterführen zu können. (red)


Den Älteren etwas Gutes tun

«Das hät guet tue», sagt eine Bewohnerin des Altersheims Heinrichsbad. «Vor allem sind’s mol ufgstellti Lieder, und nöd immer so trurigi», entgegnet ihre Tischnachbarin. Freudestrahlend unterhalten sich die beiden noch ein wenig weiter und schwelgen in Erinnerungen. «Es isch eifach schö, da will i nöd verpasse.» Das Schöne an diesem Dienstagmorgen war der Besuch der 5. und 6. Klassen des Schulhauses Langelen. Denn obschon der Kinderfesttag den Jugendlichen huldigen soll, und diese die Gassen Herisaus mit Lachen und Freudenschreien füllen, findet man die Schülerinnen und Schüler an diesem Morgen auch an Orten, wo man sie nicht erwartet hätte: in Altersheimen. Die Ständchen für die Bewohnerinnen und Bewohner haben bereits Tradition. So haben über 30 Schülerinnen und Schüler des Schulhauses Langelen am Dienstagmorgen während rund einer halben Stunde sechs Lieder für Bewohnerinnen und Bewohner zum Besten gegeben – und diese sind zahlreich in der Mensa erschienen. «Ich habe nicht so viele Zuhörer erwartet», sagt Sabrina Hebeisen, Fachfrau Aktivierung. Auch ihr ist die Freude ins Gesicht geschrieben. «Nicht nur die Herisauer wissen, dass heute ein spezieller Tag ist.»

Bewohner fragen ungeduldig nach

Dass der Besuch der Jugendlichen den Bewohnerinnen und Bewohnern guttut, sieht man alleine daran, dass sie mitklatschen, mitsingen und mitmachen. Vor allem als die Schüler den «Rugguseli Blues» anstimmen, werden die Älteren unruhig, die Liederwahl schien Gefallen gefunden zu haben. «Immer wenn Kinder oder Jugendliche uns besuchen, hat das eine ganz spezielle Wirkung auf die Bewohnerinnen und Bewohner», sagt Hebeisen. Diese hätten den Besuch schon erwartet. «Immer wieder haben Bewohner gefragt, wann die Kinder denn nun kommen.» Die Jugendlichen ihrerseits schienen vor dem Konzert um 9.30 Uhr ruhig und gelassen. «Wir freuen uns», sagen sie unisono. Ganz so abgeklärt waren sie allerdings doch nicht: «Natürlich waren sie ein wenig nervös, nicht unbedingt wegen des Konzerts, sondern wegen des ganzen Kinderfesttages», sagt Klassenlehrerin Manuela Manser. Dass die Kinder die vorgetragenen Lieder am Frühlingssingen bereits darbieten konnten, scheint gegen die Nervosität geholfen zu haben. (pag)

Umzug auf neuer Route

In wenigen Tagen steigt das traditionsreiche Kinderfest wieder. Dem Spital zuliebe gibt es Änderungen beim Festzug der Kinder.
Philipp Wolf