Kolumne

Lü: Herisau in einer Reihe mit Mailand und Paris

Silvan Lüchinger schreibt in seiner Kolumne «Lü» über die vergangene Woche und fasst zusammen, was ihm dabei ins Auge gestochen ist.

Silvan Lüchinger
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Silvan Lüchinger

Silvan Lüchinger

(Bild: Coralie Wenger)

Die Liechtensteiner Regierung hat beschlossen, das Verbot von Gruppen mit mehr als fünf Personen im öffentlichen Raum durch ein Abstandsgebot zu ersetzen. Ab sofort gilt, dass zwischen Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, ein Abstand von mindestens zwei Metern einzuhalten ist. Bezüglich Personenzahl gibt es keine Beschränkung mehr. Das tönt wie ein grosser Schritt zurück zur Normalität, ist es aber nicht. Die Regierung des Fürstentums vollzieht nur nach, was die Bevölkerung schon längst entschieden hat.

«Wenn ich schon das Gesundheitsdepartement übernehmen muss», sagt sich der St.Galler Regierungsrat Bruno Damann, «dann stelle ich mir auch mein eigenes Team zu- sammen.» Er nimmt an seinen neuen Wirkungsort deshalb seinen bisherigen Generalsekretär im Volkswirtschaftsdepartement mit. Der amtierende Generalsekretär des Gesundheitsdepartements muss weichen. Für die SP ist das ein parteipolitisch motivierter Fehlstart. Anders ausgedrückt: Ohne SP an der Spitze des GD ist die Spitalreform praktisch schon gescheitert.

Das Restaurant Treffpunkt in Herisau hat einen neuen Wirt. Er will nicht einfach neuen Wein in alten Räumen bieten, sondern hat eine umfassende Neugestaltung in Angriff genommen. Nach Vorbildern hat er sich in Mailand, Paris und Lyon umgesehen. Denn der «Treffpunkt» soll ab 1. Juli grossstädtisches Flair verströmen und Gäste von weither anziehen. Das Pünktchen aufs i setzen die hölzernen Blumenkisten, die den gesamten Aussenbereich einrahmen. Es müssen ja nicht unbedingt Geranien sein.

In Zürich hat die Polizei ein Liebespaar gebüsst. Zu wenig Abstand auf der Parkbank. Noch sind aus der Ostschweiz keine solchen Fälle bekannt. Sie werden aber kommen – so etwa im Dezember/Januar. Wer dann ein Kind zur Welt bringt oder Vater wird, muss mit einer saftigen Busse rechnen. Wegen offensichtlicher Unterschreitung der Sicherheitsdistanz. Immerhin: Das Kind darf man in der Regel behalten.

Auch die Stadt St.Gallen kehrt langsam aber sicher zum Nor- malbetrieb zurück. Darum werden ab sofort auf dem ge- samten Stadtgebiet Eichhörnchen gesucht. Wer eines der possierlichen Tierchen sieht, ist aufgerufen, dies zu melden. Dasselbe gilt für Kängurus und Strausse. Im Gegenzug entfällt die anonyme Meldepflicht für Gruppen über fünf Personen.

Seit Röbi Raths als neuer Stadtpräsident auch in Rorschach wohnt, erlebt er die endlosen Autoschlangen auf der Hauptstrasse am eigenen Leib. Seine Auftritte mit gelber Leuchtweste und gelber Vespa haben keine Linderung gebracht. Nun überlegt sich der FDP-Mann, Rorschach an einigen Wochenenden im Jahr für den Durchgangsverkehr zu sperren. Nur noch Städterinnen und Städter sollen in die Stadt fahren dürfen. Das nennt sich konsequent: Geht die Grenze zu Vorarlberg wieder auf, macht Rorschach seine zu.

Schon seit dem 11. Mai stehen in Brülisau und Wasserauen wieder alle öffentlichen Parkplätze zur Verfügung. Nun hat die Innerrhoder Standeskommission auf das Auffahrtswochenende hin auch die sogenannten Überlaufparkplätze auf den Wiesen freigegeben. Damit ist der Alpstein definitiv wieder das, was er schon vor der Coronakrise war. Überlaufen.