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Heisse Diskussionen um Weltrekord-Funken in Lustenau – Umweltschützer wollen das Abbrennen verhindern

Die Hofstalder Funkenzunft in Lustenau möchte mit einem 58,60 Meter hohen Scheiterhaufen einen Weltrekord aufstellen. Dies stösst Umweltschützern sauer auf: Sie erstatten Anzeige.
Klaus Hämmerle
Für den Lustenauer Funken sollen fast 100 Tonnen Holz in Flammen aufgehen. (Bild: Lukas Hämmerle/Keystone)

Für den Lustenauer Funken sollen fast 100 Tonnen Holz in Flammen aufgehen. (Bild: Lukas Hämmerle/Keystone)

In Vorarlberg erhitzt derzeit ein Weltrekordversuch die Gemüter. Die Lustenauer «Hofstalder Funkenzunft» errichtet anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens den weltweit höchsten Funken. Am kommenden 16. März soll der fast 60 Meter hohe Holzturm abgebrannt werden. Umweltschützer sehen das Projekt wegen des hohen Holzverbrauchs und der Feinstaubbelastung kritisch.

Das traditionelle Abbrennen von Funken am ersten Fastenwochenende als Teil der alemannischen Fasnacht soll den Winter austreiben. Dabei werden im Rahmen eines Volksfests meterhohe Holztürme entzündet. Die Idee zum Weltrekordfunken entstand in Lustenau bereits um das Jahr 2000, als in Gaissau (Bezirk Bregenz) mit 41 Metern Höhe der bisher höchste Funken brannte. Den Weltrekord für das höchste Lagerfeuer hält laut Guinnessbuch seit dem Jahr 2016 das norwegische Alesund mit einem rund 47 Meter hohen Mittsommerfeuer.

Fundament für Feuer errichtet

Für den Weltrekord-Funken, der mit 58,60 Metern fast so hoch werden soll wie die Stiftskirche St. Gallen, musste die Zunft einiges auf sich nehmen. Um ausreichend Platz für den mit Stahlseilen abgespannten Holzriesen zu haben, wechselte man auf einen von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Grund. Der Boden wurde mit Stützen versehen, ein Fundament errichtet.

Seit Anfang des Jahres sind die Arbeiten im Gange. Ein Drittel sei bereits geschafft, sagt Obmann Marco Hollenstein. Mit fünf Metern falle in diesem Jahr auch die Hexe um rund einen Meter höher aus.

Eine Baugenehmigung braucht ein Funken als temporäres Bauwerk nicht. Das Abbrennen von unbehandeltem Holz im Rahmen der Brauchtumspflege ist vom 1. Februar bis 15. März als Ausnahme vom Bundesluftreinhaltegesetz in der entsprechenden Verordnung ausserhalb von Anlagen gestattet – für 2019 wurde in einer Sonderbestimmung eine Verlängerung bis 17. März genehmigt. Lustenau arbeitet derzeit an Auflagen unter anderem in Sachen allgemeine Sicherheit und Fluchtwege. Noch befindet sich der Holzbau aber erst auf einer Höhe von 15 Metern. «Das ist erst ein Viertel», sagt Ralf Breiner, Vizeobmann der Hof­stalder Funkenzunft in Lustenau.

Kritik und Anzeige von Umweltaktivisten

Umweltaktivisten allerdings teilen die Vorfreude auf den Rekord nicht. Der Obmann des Alpenschutzvereins, Franz Ströhle, hat bei der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn gar Anzeige gegen den Lustenauer Bürgermeister Kurt Fischer erstattet. In seiner Anzeige schreibt Ströhle:

«Dieser Funken hat nichts mit einem Brauchtumsfeuer zu tun. Es fehlt die gesetzliche Grundlage. Bürgermeister Fischer kommt seiner Verantwortung, für die Gesundheit der Bevölkerung Sorge zu tragen, nach dem Luftreinhaltegesetz nicht nach.»

Die Gemeinde Lustenau habe keine Entscheidungsgewalt über den Bau des Funkens, sagt Bürgermeister Fischer. «Ich kann eine solche Brauchtumsveranstaltung gar nicht verbieten. Ich bin nur angehalten, die notwendigen Sicherheitsrichtlinien zur Durchführung einzufordern und zu überwachen», erklärt Fischer.

Die Reaktionen zum Funken seien überhaupt mehrheitlich kritisch. Der Bürgermeister selber möchte das Thema nicht überbewertet wissen. «Egal, wie man zu diesem Funken steht: Es wird eine einmalige Angelegenheit. Ich möchte nicht, dass man dieses Ereignis zur Projektionsfläche für alle Klimasünden macht.»

Einziger Funken im Land

Das Land Vorarlberg räumt dem Funken jedenfalls eine besondere Stellung ein. Er wird an diesem Tag der einzige sein. Denn: Die Hofstalder wollen mit ihrem Rekordfunken anderen Zünften keine Zuschauer wegnehmen und sie alle zum Grossereignis anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens einladen.

Die Besucherzahl ist wegen des grossen Medieninteresses im Vorfeld schwer abschätzbar. Zurzeit wird von 5000 bis 10'000 Besuchern ausgegangen.

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