Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Heimatschutz und SVP-Kantonsräte lehnen Windparks im Toggenburg und im Sarganserland ab

Die St.Galler Regierung schlägt im Richtplanentwurf zwei Standorte für Windkraft vor. Der Heimatschutz ist dagegen – die Planung sei ungenügend. SVP-Kantonsräte beklagen derweil einen Stadt-Land-Graben.
Adrian Vögele
Das 170 Meter hohe Windkraftwerk Haldenstein bei Chur: In der Ostschweiz gibt es bislang keine Windräder dieser Grössenordnung. (Bild: Benjamin Manser)

Das 170 Meter hohe Windkraftwerk Haldenstein bei Chur: In der Ostschweiz gibt es bislang keine Windräder dieser Grössenordnung. (Bild: Benjamin Manser)

In der Ostschweiz gibt es bisher keine Windstromanlage von nennenswerter Grösse – und wo immer Projekte in Planung sind, stossen sie auf Widerstand. Jüngstes Beispiel sind die beiden Windkraftstandorte, die die St. Galler Regierung im Richtplanentwurf vorsieht – einer auf einem Hügelzug in Krinau für drei Windräder, und einer in der Ebene zwischen Sargans und Bad Ragaz für mindestens drei bis vier Windräder.

Der Heimatschutz St.Gallen-Appenzell Innerrhoden will davon nichts wissen. Die Planung sei ungenügend, kritisiert der Verband in einer Mitteilung. Er stört sich vor allem daran, dass der Kanton grundsätzlich eine Negativplanung macht – das heisst, dass er festlegt, wo Windparks nicht möglich sind. «Laut Bundesrecht reicht es nicht, nur Ausschlusskriterien zu überprüfen.» Vielmehr müsse nachgewiesen werden, dass die bezeichneten Gebiete im Vergleich mit anderen Standorten besonders geeignet seien.

Geschützte Ortsbilder und Brutvögel

Der Heimatschutz hat gegen beide Standorte konkrete Einwände: Ein Windpark oberhalb von Krinau befände sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Naturschutzgebiet «Hörnli-Bergland». Zudem sei das Dorf Krinau im Inventar der schützenswerten Ortsbilder aufgeführt. «Die mächtigen Windräder würden dieses Ortsbild stören.» Der Standort Rheinau bei Sargans liege derweil in der Nähe eines Gebietes mit Brutvogelarten. «Windräder sind dort grundsätzlich verboten.» Der Heimatschutz fordert den Kanton auf, im Richtplan auf die zwei Windkraftstandorte zu verzichten und eine «überregional abgestimmte Planung» für Windenergie zu starten.

Unzufrieden sind auch die beiden SVP-Kantonsräte Walter Gartmann und Walter Freund. Der Kanton gehe punkto Windkraft «wenig sensibel» vor und belaste die ländlichen Gebiete einseitig, kritisieren die Parlamentarier in einer Interpellation. Sie wollen von der Regierung wissen, warum die Regionen rund um die Städte St.Gallen und Rapperswil-Jona verschont würden, obwohl dort dank der Seenähe «optimale Windstärken» herrschen würden.

Kantonsplaner weist Vorwürfe zurück

Kantonsplaner Ueli Strauss-Gallmann ist über die Kritik nicht erstaunt. «Windkraft ist ein ganz schwieriges Thema.» Das Vorgehen, das der Kanton mit seiner Negativplanung gewählt habe, sei aber vom Bundesrat genehmigt. Damit gebe man den Unternehmen, die Windstromanlagen bauen wollen, eine gewisse Freiheit. «Eine übergreifende Windkraftplanung über die Kantonsgrenzen hinweg haben wir Kantonsplaner auch schon diskutiert.» Sie sei aber wegen der vielen unterschiedlichen Interessen kaum möglich. Den Vorwurf der SVP, bestimmte Gebiete würden im Richtplan bewusst geschont, weist Strauss-Gallmann klar zurück. «Auch dass die Windverhältnisse an den Seen am besten wären, stimmt nicht.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.